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anja

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Rezension: Jennifer Jäger - Traumlos 1: Im Land der verlorenen Seelen

Traumlos - Im Land der verlorenen Seelen - Jennifer Jäger

Die Idee, dass Träume das Leben bestimmen, da sie von der Regierung gelenkt werden, auch um die Menschen zu "erziehen", gefällt mir sehr gut und ist noch recht neuartig und unverbraucht. Deswegen war ich unglaublich gespannt, wie Jennifer Jäger diese tolle Idee umsetzen würde.
Die junge Autorin hat einen wunderschönen, bildhaften Schreibstil. Besonders gut gelingen ihr die Beschreibungen der Umgebungen und Gefühle, währen die Dialoge jedoch stellenweise noch ein wenig hölzern bzw. zu gewollt wirken.
Gerne hätte ich ein wenig mehr über die dystopische Welt erfahren und über die Gründe dafür, warum die Regierung in die Träume der Menschen eingreift. Die Welt wirkt gar nicht großartig verändert, eher so, als würde die Geschichte im Jetzt spielen, nur eben mit dem Unteschied, dass die Menschen über ihre Träume kontrolliert werden. Die ausschlaggebenden Gründe für die einschneidenden Eingriffe in das Leben der Menschen werden - noch nicht - erklärt, doch womöglich ändert sich das in einem der nächsten Bände (was wünschenswert wäre).
Die Geschichte an sich ist spannend, die Charaktere größtenteils sympathisch und auffallend aufopfernd (was ich als recht unrealistisch empfinde, denn sie kennen sich teilweise erst wenige Minuten oder auch gar nicht und geben fast alles für den anderen auf).
Hailey wirkt oft recht naiv, etwas unsicher und lässt sich recht schnell auf fremde Personen ein, ohne diese und ihre Beweggründe zu kennen. Trotzdem ist sie liebenswert und kämpferisch versucht sie, ihre Freunde zu schützen.
Caleb bleibt ein wenig blass, hat kaum Ecken und Kanten und ich würde zu gern noch ein wenig mehr über seine Vergangenheit erfahren.
Das Buch endet mit einem bösen Cliffhanger, der neugierig auf den zweiten Teil der Reihe macht, welcher im Dezember diesen Jahres erscheinen soll. Trotz meiner Kritikpunkte möchte ich gerne wissen, wie es Hailey und ihren Freunden weiter ergeht und ich hoffe, das große Potenzial, das in dieser Geschichte steckt, wird von der Autorin ausgeschöpft.
Fazit:
Eine Geschichte, die mich zwiegespalten zurücklässt: Die Idee der Geschichte gefällt mir wirklich gut, doch leider mangelt es den Charakteren an Glaubwürdigkeit. Der Schreibstil von Jennifer Jäger ist so schön, wie gewohnt und ich hoffe, dass der zweite Band mich mehr überzeugen kann, denn verfolgen möchte ich diese Reihe unbedingt weiterhin.