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anja

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Rezension: Colleen Houck - Pfad des Tigers

Pfad des Tigers - Eine unsterbliche Liebe  - Colleen Houck, Beate Brammertz

Nachdem ich vom ersten Band der Reihe "Kuss des Tigers" leider nicht so wirklich überzeugt war, hoffte ich doch sehr, dass Colleen Houck mich mit "Pfad des Tigers" etwas mehr begeistern konnte. Nach kleinen Anlaufschwierigkeiten ist das tatsächlich gelungen. Leider hat sich die Autorin - wie schon beim 1. Band von mir bemängelt - wieder mit Kleinigkeiten und unwichtigen Nichtigkeiten aufgehalten, die - zumindest meiner bescheidenen Meinung nach - vollkommen unnötig gewesen wären, denn dadurch wurde die Geschichte nur wieder künstlich in die Länge gezogen. Beispielsweise verschwendet Colleen Houck ein komplettes Kapitel darauf, zu beschreiben, wie Kelsey sich mit drei anderen Jungs trifft, obwohl sie doch eigentlich so verliebt in Ren ist. Natürlich fahren irgendwie haufenweise Kerle auf sie ab, obwohl sie vorher nie einen Freund hatte und sich selbst überhaupt nicht attraktiv findet. Das fand ich vollkommen unpassend und das war wieder einer der Momente, in denen ich Kelseys Handlungen einfach nicht nachvollziehen konnte. Die ersten ca. 170 Seiten waren dementsprechend relativ langatmig, doch glücklicherweise ändert sich das dann wieder und endlich geht es so richtig los. Es wird spannend und auch hier beweist die Autorin wieder ihr Händchen für fantasievolle Einfälle, mit denen sie mich wirklich begeistern konnte. Kelsey und Kishan erleben einige unglaubliche Abenteuer, die die Autorin wieder wunderbar in die Geschichte eingeflochten hat. Detailliert beschreibt sie alle Wesen und die Landschaft, was ich ja immer gerne mag. Ganz so störend war ihre detailverliebtheit dann auch nicht, wie im ersten Band (zumindest nach den ersten 170 Seiten). Auffallend war hier jedoch wieder ihre Liebe zum Essen und die Beschreibung der Kleidung, die die Protagonisten tragen. Gut gefallen hat mir jedoch, dass Colleen Houck offensichtlich immer gut recherchiert. Sagen, ebenso wie die Kultur der Länder, die Kelsey bereist, werden erklärt, ohne zu langweilen. Dieses Mal verschlägt es sie nach Tibet und ich bin wirklich gespannt, wo es als nächstes hingehen wird.
Kelsey entwickelt sich zum Ende des Buches hin zu einer stärkeren Persönlichkeit, auch wenn sie ab und an gerne mal auf dem Schlauch steht (und man sie dann doch mal runterschubsen muss, damit sie versteht, was gerade los ist). Ich hoffe sehr, dass ihre Sprunghaftigkeit und Unsicherheit sich im nächsten Band "Fluch des Tigers" auch noch legen werden.
Neben Wendungen, die ganz offensichtlich für den Leser sind, gibt es jedoch auch einige, die man so nicht unbedingt erwartet hätte. Gerade am Ende wird es unglaublich spannend und die Autorin hat es noch einmal geschafft, mich komplett an das Buch zu fesseln und neugierig auf den nächsten Band zu machen.
Fazit:
Der 2. Band der Reihe konnte mich eindeutig mehr überzeugen als der Auftakt. Die spannenden Abenteuer, die Kelsey diesmal in Tibet erlebt, verbunden mit den vielen interessanten Wesen, denen sie dabei begegnet und einer dramatischen Wendung am Ende des Buches, konnten mich über das schwache erste Drittel hinwegtrösten und machen neugierig auf die Fortsetzung.