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anja

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Die kleine Göttin: Ein Afrikaroman

Die kleine Göttin - Ilona Maria Hilliges Das Ilona Maria Hilliges ein paar Jahre in Afrika gelebt hat, merkt man diesem Buch deutlich an. Die Beschreibungen der afrikanischen Landschaft und Kultur sind ihr wunderbar gelungen und ich hatte die beschriebenen Bilder tatsächlich vor Augen. Ich persönlich habe noch einiges lernen können, gerade was die Kultur Afrika´s angeht. Die Geschichte an sich, ist eigentlich relativ interessant: Nach dem Tod ihrer Mutter macht Victoria sich auf den Weg, um ihre Wurzeln zu entdecken und lernt dabei eine Menge über sich selbst, über ihre Familie und über einen geheimen Frauenbund im Urwald. Leider verliert sich die Autorin jedoch oft in ziemlich philosophischen Gesprächen, die zwar nicht unbedingt uninteressant sind, bei denen sogar Dinge dabei sind, die einen zum Nachdenken über sein eigenes Leben anregen, jedoch sind ebendiese teilweise doch ein wenig zu langatmig für meinen Geschmack. Ab einem bestimmten Punkt scheint die Handlung einfach zu stagnieren und es geht nicht mehr wirklich voran. Ich erwarte in so einem Buch sicher keine Action, allerdings hätten bestimmte Szenen meiner Meinung nach gerne etwas kürzer ausfallen können. Ilona Maria Hilliges hat einen schönen Schreibstil, der sich flüssig lesen lässt, auch wenn das Buch kein Pageturner ist. Die Charaktere sind herrlich normal und gerade Victoria, die Ich-Erzählerin, ist ein wirklich liebenswerter Charakter. Ganz besonders gut gefallen hat mir an ihr, dass sie sich selbst gerne mal auf die Schippe nimmt. Das hat mich ziemlich oft zum Schmunzeln gebracht. Eine besonders interessante Protagonistin war für mich jedoch Theodora. Sie hat vielen durchmachen müssen in ihrem Leben und gibt doch nie auf. Wer ruhige Bücher mit philosophischen Untertönen mag, der ist hier genau richtig. Auch Afrika-Fans kommen ganz sicher auf ihre Kosten, denn Frau Hilliges weiß, wovon sie schreibt.