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anja

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Rezension: Michael Dissieux - Die Saat der Bestie

Die Saat der Bestie - Michael Dissieux

Als ich mit "Die Saat der Bestie" begonnen habe, hätte ich niemals erwartet, dass dieses Buch mich so fesseln würde. Das liegt nicht nur an der Geschichte an sich, sondern auch an dem wirklich fantastischen Schreibstil des Autors. Dieser liest sich flüssig und fesselnd und Michael Dissieux beschreibt Umgebungen, Szenen und Gefühle detailliert, ohne zu langweilen.

Gerade im ersten Teil des Buches sind mir Gruselschauer über den Rücken gejagt und ich musste ab und an pausieren und erstmal durchatmen, weil der Autor Bilder in meinen Kopf projiziert hat, die absolut unheimlich waren.

Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und besonders gut gefallen hat mir hier, dass diese eben keine Helden sind, sondern einfach nur ums nackte Überleben kämpfen mit allen Mitteln, die ihnen so zur Verfügung stehen. Die Vorstellung, fast ganz alleine auf der Welt zu sein, stelle ich mir beängstigend vor und ich kann mir gut vorstellen, dass man irgendwann anfängt, mit sich selbst zu sprechen, um nicht vor Einsamkeit komplett durchzudrehen.

David ist eigentlich ein recht sympathischer Protagonist, der versucht, das Beste aus dieser schlimmen Situation zu machen. Samantha, die eines Tages in seine Stadt kommt, weckt etwas in ihm, dass er selbst dort gar nicht vermutet hätte. Samantha ist eine Frau, die sich zu wehren weiß, die mutig und stark sein kann, weil die Umstände das von ihr verlangen. Trotzdem hat auch sie Ängste, auch wenn sie sich davon nicht unterkriegen lässt. Von ihrer Stärke und Willenskraft war ich wirklich beeindruckt.

Gerne hätte ich noch ein wenig mehr über die Umstände erfahren, warum es plötzlich fast keine Menschen mehr auf der Welt gibt. Da fehlten mir einfach ein paar Erklärungen.

Der Spannungsbogen ist durchgängig sehr hoch, auch weil man immer erwartet, dass etwas passiert. Der Autor spielt gekonnt mit den Ängsten des Lesers und schafft eine beängstigende und bedrückende Atmosphäre.

Michael Dissieux ist für mich eine tolle Neuentdeckung und ich bin mir sicher, das war nicht das letzte Buch, das ich von ihm gelesen habe. Auch der vor diesem Buch erschienene Roman "Graues Land" klingt wirklich spannend und landet direkt auf meiner Wunschliste.

Fazit:

Ein fesselnder, beängstigender, aufwühlender und unheimlich gut geschriebener Horror-Thriller. Michael Dissieux spielt mit den Ängsten des Lesers und geht nicht gerade zimperlich mit seinen Protagonisten um. Hätte der Autor noch ein wenig mehr über die Umstände verraten, die die Welt zu dem gemacht haben, was sie in diesem Buch ist, dann hätte es die Höchstwertung von mir gegeben.