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anja

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Die zerbrochene Welt - Ralf Isau

Ralf Isau hat hier eine absolut faszinierende Welt erschaffen: Berith besteht aus vielen Schollen, die entstanden sind, als die Welt zerbrochen ist. Diese Schollen treiben, umgeben von einer Sphäre durch das Weltall. Nun leben die unterschiedlichsten Lebensformen auf diesen Schollen, wie zb. Menschen mit besonderen Fähigkeiten, Kiemenatmer und Zwerge, ebenso wie viele seltsame Wesen und Tiere. Als die Dagonisier plötzlich versuchen, alle Schollen in ihre Gewalt zu zwingen und dabei unzählige Menschen töten bzw. in ihre Gewalt bringen, um sie zu versklaven, schwört Taramis Rache zu nehmen und die Unterdrückung zu beenden. Dabei reist er mit einigen Verbündeten durch die Welt von Berith und erlebt immer wieder neue Abenteuer. Außerdem muss er herausfinden, was seine Bestimmung ist und wie er diese erfüllen kann.

Der Autor beschreibt seine Welt hier unglaublich detailreich und vielfältig. Man kann sich jedes einzelne Wesen und jede Szene sehr bildhaft vorstellen, da Ralf Isau sie sehr gut beschreibt. Leider gelingt ihm das mit seinen Helden nicht ganz so gut. Hier hätte ich mir ein wenig mehr Tiefe gewünscht, denn so wirklich hineinversetzen konnte ich mich in keinen von ihnen. Taramis ist ein mutiger Mann, der eigentlich nur Vergeltung im Sinn hat, auch wenn er da lieber über Gerechtigkeit spricht. Leider erfährt man sehr wenig über seine Kindheit bzw. über ihn selbst, was ihn vielleicht noch ein wenig interessanter gemacht hätte. Genauso ging es mir mit so ziemlich allen anderen Protagonisten in diesem Buch. Zwar waren alle recht interessant, doch man konnte nicht so richtig mit ihnen mitfiebern, weil einfach der Zugang zu ihnen ein wenig fehlte. Vielleicht ändert sich das noch im nächsten Teil, was ich sehr hoffe.
Die Geschichte an sich ist sehr spannend, vor allem da man eine komplett andere Welt und deren Bewohner kennenlernt. Außerdem gibt es immer wieder überraschende Wendungen und Langeweile kommt dadurch nicht auf.
Der Schreibstil lässt sich flüssig lesen, auch wenn es jetzt nicht unbedingt ein einfacher Stil ist. Man muss sich erstmal daran gewöhnen, doch hat man das erstmal getan, kann man wunderbar in die Geschichte eintauchen.
Wie gut ausgearbeitet Berith - im Gegensatz zu den Protagonisten - ist, sieht man unter anderem auch im Anhang, in dem nochmal die wichtigsten Begriffe dieser Welt erklärt werden (was man allerdings evtl. erst im Anschluss an die Geschichte lesen sollte, da sonst gespoilert werden könnte). Da ziehe ich meinen Hut vor Herrn Isau, denn seine Ideen sind größtenteils neu für mich und gerade das macht es so spannend, diese faszinierende Welt zu erkunden.

Fazit:
Trotz kleiner Mängel (insbesondere was die Charakterausarbeitung angeht) konnte mich der Autor mit dem Auftakt zu dieser Reihe vollkommen fesseln. Nicht nur eine gut ausgearbeitete und fantasievoll gestaltete Welt, sondern auch viele unerwartete Wendungen, sorgen für reichlich Spannung.