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anja

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Rezension: Robin Wasserman - Das Buch aus Blut und Schatten

Das Buch aus Blut und Schatten - Robin Wasserman

"Das Buch aus Blut und Schatten" hat mich aufgrund des Klappentextes sehr neugierig gemacht. Die Erwartungen, die ich hatte, wurden zwar nicht ganz erfüllt, das Buch konnte mich jedoch trotzdem gut unterhalten.
Erzählt wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Nora, die für ihren Professor die Briefe von Elizabeth Weston übersetzen soll, während ihre Freunde Chris und Max sich mit dem Voynich-Manuskript beschäftigen, welches sie ebenfalls versuchen zu übersetzen (und welches tatsächlich existiert). Dabei kommt es immer wieder zu unerklärlichen Zwischenfällen, bis hin zu einem Mord. Warum das alles passiert und vor allem, wer dahinter steckt, wird erst nach und nach im Laufe der Geschichte aufgeklärt. Dabei schafft es Robin Wasserman einen immer wieder in die Irre zu führen und immer wieder mit der Aufklärung der Geheimnisse um dieses Manuskript zu überraschen. Ganz besonders gut gefallen haben mir die Abschnitte, in denen Elizabeths Briefe übersetzt werden. Diese kleinen Einblicke in die Vergangenheit mag ich immer sehr gerne und auch diese werden erst nach und nach aufgedeckt, so dass das große Geheimnis erst ziemlich zum Schluß verraten wird.
Die Charaktere sind größtenteils gut gelungen und sehr undurchsichtig. Zwar hat man immer wieder Verdachtsmomente, doch sicher kann man sich hier nie sein, was und vor allem wer etwas plant. Sicher ist jedoch, dass hier so gut wie nichts so ist, wie es scheint.
Leider hat mich Nora stellenweise ein wenig genervt. Sie begibt sich in Situationen, die sehr gefährlich sind und oft kommt sie mir einfach naiv vor. Ihr Handeln erschien mir oft nicht sinnvoll, sondern schon fast selbstmörderisch veranlagt. Ihr Verhalten hätte ich mir ein wenig realistischer gewünscht. Gut an ihr hat mir allerdings gefallen, dass sie sich nichts sagen lässt, sondern auch für das eintritt, was sie will (auch wenn das oft nicht unbedingt sinnvoll ist).
Der Schauplatz, der im Verlauf der Geschichte von Noras Heimat zu Prag wechselt, ist von der Autorin so toll beschrieben, dass ich die Straßen und Gassen direkt wieder vor mir sehen konnte (auch wenn es schon Jahre her ist, seit ich das letzte Mal dort war). Vor allem ist es eine Stadt, die auch eine wirklich interessante Geschichte zu bieten hat, über die wir in diesem Buch einiges erfahren.
Der Schreibstil von Robin Wasserman lässt sich wunderbar flüssig lesen und man fühlt sich direkt in die Handlung hineinversetzt, denn sie beschreibt Szenen und Orte detailliert, aber nie zu ausufernd. Trotzdem würde ich dieses Buch nicht als eines bezeichnen, welches man mal eben zwischendurch lesen kann, denn man muss hier doch gut aufpassen, wenn man den Faden nicht verlieren will, da einige Geheimnisse aufgeklärt werden, die im Buch immer mal wieder angesprochen werden.
Die Story enthält neben Thriller- und historischen Elementen, auch fantastische Einschläge, die meiner Meinung nach aber ganz gut dazu passten.
Die Spannungskurve ist meist recht hoch, da Nora und ihre Freunde fast immer auf der Flucht und natürlich auf der Suche nach des Rätsels Lösung sind.
Fazit:
Eine ungewöhnliche und vor allem immer wieder überraschende Geschichte, ein toller detaillierter Schreibstil, eine leider etwas naiv und nicht nachvollziehbar handelnde Protagonistin, viele überraschende Wendungen und historisches Hintergrundwissen - "Das Buch aus Blut und Schatten" hat mich trotz kleiner Kritikpunkte sehr gut unterhalten können.