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anja

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Rezension: Ann Brashares - So nah und doch so fern

So nah und doch so fern - Ann Brashares


Die Vorstellung nach dem Tod in einem neuen Leben wiedergeboren zu werden, fasziniert sicher sehr viele Menschen. So ergeht es auch mir, weshalb ich so gespannt auf dieses Buch war. Ann Brashares hat interessante Ideen, wie das Leben nach dem Tod weitergehen könnte. Diese Vorstellung ist recht tröstlich und ziemlich faszinierend.
Daniel, der schon viele Leben gelebt hat und sich an jedes einzelne davon erinnern kann, ist seit einer halben Ewigkeit auf der Suche nach seiner großen Liebe. Bisher wurde ihrer beider Liebe immer Steine in den Weg gelegt: entweder war sie schon eine alte Frau, war verheiratet oder er starb kurz nach ihrer Begegnung. Nun trifft Daniel sie wieder. Beide sind im gleichen Alter, gehen auf das selbe College und die Hoffnung auf ein Happy End ist groß. Nur kann man einem Menschen glauben, wenn der plötzlich davon erzählt, dass man sich schon seit vielen Leben kennt?
Die Geschichte wird aus Daniels und Lucys Sicht erzählt. Besondere Highlights sind - zumindest meiner Meinung nach - dass Daniel auch aus seinen vergangenen Leben erzählt. Seine Geschichte beginnt schon im Jahr 541 und so kommt der Leser in den Genuss von vielen verschiedenen Epochen und Ländern. Das hat mir unheimlich gut gefallen und war für mich fast noch spannender, als die Geschichte an sich. Diese war zwar recht interessant, konnte mich allerdings leider nicht so sehr fesseln, wie ich mir das gewünscht hätte. Erst ziemlich zum Schluss nimmt die Geschichte nochmal ordentlich an Fahrt auf, endet jedoch wieder recht unbefriedigend. Jedenfalls ging es mir so. Das Ende lässt viel Raum für eigene Spekulationen, doch mich konnte das nicht wirklich begeistern.
Auch mit dem Schreibstil der Autorin konnte ich nicht so recht warm werden. Für mich wirkte er oftmals etwas abgehakt, so dass der Lesefluss immer wieder unterbrochen wurde.
Daniel und Lucy sind beide interessante Protagonisten, die es nie wirklich leicht hatten. Sympathisch und etwas altmodisch wirkt Daniel, was allerdings auch nicht weiter verwundert, wenn man bedenkt, was er so alles erlebt hat und vor allem, dass er sich an alles noch so gut erinnert. Dass Lucy ihm nicht direkt glaubt, auch wenn sie sich unerklärlicherweise sehr zu ihm hingezogen fühlt und sich ihm nicht direkt in die Arme wirft, fand ich erfrischend realistisch, wenn man bedenkt, dass in anderen Romanen gerne mal beschrieben wird, wie manche ähnlich unglaubliche Dinge eben einfach akzeptieren, ohne groß darüber nachzudenken.
Fazit:
Die Grundidee zu "So nach und doch so fern" ist wirklich faszinierend, doch ein wenig mehr Emotionen hätten hier wirklich nicht geschadet. Leider konnte mich Ann Brashares nicht fesseln, auch wenn gerade die Rückblenden in Daniels vorangegangene Leben sehr interessant waren.