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anja

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Rezension: David Mark - Ewige Buße

Ewige Buße. McAvoys dritter Fall: Kriminalroman - David Mark, Peter Friedrich

"Ewige Buße" ist eines dieser Bücher, die ich erstmal verdauen musste und über das ich ganz sicher noch öfter nachdenken werde. Das liegt unter anderem an dem überraschenden und auch - für mich - schockierenden Ende, wobei da schon noch einiges offen bleibt.
Dieses ist der dritte Fall für Detective Aector McAvoy. Das wusste ich vorher zwar nicht, doch man muss nicht unbedingt die zwei Vorgänger gelesen haben, um sich zurecht zu finden. Kleine Rückblicke in Aectors Vergangenheit lassen jedoch einige spannende Fälle vermuten.
Anfangs hatte ich noch so meine Probleme mit dem Schreibstil von David Mark, da er stellenweise recht stichpunktartig schreibt. Das zieht sich allerdings nicht durch alle Sätze, sondern ist wohl einfach nur sein Stilmittel, um Umgebungen zu beschreiben, ohne zu ausschweifend zu werden. Nach einer Weile fällt das kaum noch auf, denn man gewöhnt sich recht schnell daran.
Die Protagonisten in diesem Roman sind allesamt sehr menschlich beschrieben, haben Fehler, Macken und Gewohnheiten, die nicht unbedingt positiv rüberkommen, doch trotzdem fand ich die meisten davon recht sympathisch. Allen voran Aector, der seine Familie über alles liebt und alles für sie tun würde. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die komplette Geschichte und macht diesen Bär von einem Mann so liebenswert. Fast alle Protagonisten haben Geheimnisse, die sie hüten wollen und die ihnen irgendwann ganz sicher in die Quere kommen werden.
Der Autor hat ein Talent dafür, Spannung aufzubauen und zu schockieren. Die Morde, die in Hull geschehen sind grausam und brutal und David Mark beschreibt sie ohne Rücksicht auf die Nerven des Lesers. Doch nicht nur die Morde spielen hier eine Rolle. Auch eine Bande von Drogendealern macht den Ermittlern das Leben schwer. Diese Storyline wird sich noch im nächsten Band fortsetzen.
Fazit:
David Mark ist für mich eine Neuentdeckung unter den Krimiautoren. "Ewige Buße" ist spannungsgeladen, brutal und intelligent geschrieben. Bis zur Aufklärung hatte ich keine Ahnung, wer der Mörder war. Schockierende Momente einer bestimmten Szene, die der Autor jedoch einfach offen stehen lässt, lassen mir gar keine andere Wahl, als sehnsüchtig auf den nächsten Fall für Aector McAvoy zu warten und auch die Vorgänger näher in Augenschein zu nehmen.