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anja

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Rezension: Ann Brashares - So nah und doch so fern

So nah und doch so fern - Ann Brashares


Die Vorstellung nach dem Tod in einem neuen Leben wiedergeboren zu werden, fasziniert sicher sehr viele Menschen. So ergeht es auch mir, weshalb ich so gespannt auf dieses Buch war. Ann Brashares hat interessante Ideen, wie das Leben nach dem Tod weitergehen könnte. Diese Vorstellung ist recht tröstlich und ziemlich faszinierend.
Daniel, der schon viele Leben gelebt hat und sich an jedes einzelne davon erinnern kann, ist seit einer halben Ewigkeit auf der Suche nach seiner großen Liebe. Bisher wurde ihrer beider Liebe immer Steine in den Weg gelegt: entweder war sie schon eine alte Frau, war verheiratet oder er starb kurz nach ihrer Begegnung. Nun trifft Daniel sie wieder. Beide sind im gleichen Alter, gehen auf das selbe College und die Hoffnung auf ein Happy End ist groß. Nur kann man einem Menschen glauben, wenn der plötzlich davon erzählt, dass man sich schon seit vielen Leben kennt?
Die Geschichte wird aus Daniels und Lucys Sicht erzählt. Besondere Highlights sind - zumindest meiner Meinung nach - dass Daniel auch aus seinen vergangenen Leben erzählt. Seine Geschichte beginnt schon im Jahr 541 und so kommt der Leser in den Genuss von vielen verschiedenen Epochen und Ländern. Das hat mir unheimlich gut gefallen und war für mich fast noch spannender, als die Geschichte an sich. Diese war zwar recht interessant, konnte mich allerdings leider nicht so sehr fesseln, wie ich mir das gewünscht hätte. Erst ziemlich zum Schluss nimmt die Geschichte nochmal ordentlich an Fahrt auf, endet jedoch wieder recht unbefriedigend. Jedenfalls ging es mir so. Das Ende lässt viel Raum für eigene Spekulationen, doch mich konnte das nicht wirklich begeistern.
Auch mit dem Schreibstil der Autorin konnte ich nicht so recht warm werden. Für mich wirkte er oftmals etwas abgehakt, so dass der Lesefluss immer wieder unterbrochen wurde.
Daniel und Lucy sind beide interessante Protagonisten, die es nie wirklich leicht hatten. Sympathisch und etwas altmodisch wirkt Daniel, was allerdings auch nicht weiter verwundert, wenn man bedenkt, was er so alles erlebt hat und vor allem, dass er sich an alles noch so gut erinnert. Dass Lucy ihm nicht direkt glaubt, auch wenn sie sich unerklärlicherweise sehr zu ihm hingezogen fühlt und sich ihm nicht direkt in die Arme wirft, fand ich erfrischend realistisch, wenn man bedenkt, dass in anderen Romanen gerne mal beschrieben wird, wie manche ähnlich unglaubliche Dinge eben einfach akzeptieren, ohne groß darüber nachzudenken.
Fazit:
Die Grundidee zu "So nach und doch so fern" ist wirklich faszinierend, doch ein wenig mehr Emotionen hätten hier wirklich nicht geschadet. Leider konnte mich Ann Brashares nicht fesseln, auch wenn gerade die Rückblenden in Daniels vorangegangene Leben sehr interessant waren.

Rezension: Jennifer L. Armentrout - Onyx: Schattenschimmer

Obsidian, Band 2: Onyx. Schattenschimmer - Anja Malich, Jennifer L. Armentrout

Nachdem mich der Auftakt der Reihe schon sehr begeistern konnte, war ich natürlich sehr gespannt, wie es weitergeht und welche Ideen die Autorin noch so hat. Ging es bei "Obsidian -Schattendunkel" noch eher darum, dem Leser die Charaktere vorzustellen und deren Fähigkeiten zu offenbaren, so erhöht sich der Spannungsfaktor im 2. Band noch um so einiges mehr. Neue Figuren werden eingeführt, die recht zwielichtig daher kommen und somit sehr interessant sind und es werden Geheimnisse gelüftet, die nicht nur Katys Leben vollkommen durcheinander bringen.
Die Beziehung zwischen Katy und Damon vertieft sich immer mehr, obwohl Katy sehr dagegen ankämpft. Ganz nachvollziehen konnte ich ihr Verhalten oftmals nicht, aber das ging mir ja schon im ersten Band so. Damon wird mir immer sympathischer, denn man lernt neue Facetten von ihm kennen und trotzdem wird er nicht vom Bad Boy zum verweichlichten Weichei, wie das ja oftmals in Romanen der Fall ist. Ein wenig schade fand ich, dass Dee nur eine recht kleine Rolle gespielt hat, da Katy sich ein wenig von ihr abkapselt.
Der Schreibstil der Autorin lässt sich auch hier wieder schön flüssig lesen und sie schafft es einfach, die Gefühle, die Ich-Erzählerin Katy in schönster Achterbahnmanier durch das Buch begleiten, wunderbar zum Leser zu transportieren. Man kann wirklich gut mit ihr und den anderen mitfühlen, was ich bei dieser Erzählweise immer sehr wichtig finde.
Durch überraschende Wendungen bleibt die Spannungskurve fast durchgängig hoch, denn so wirklich verschnaufen lässt die Autorin ihre Protagonisten nicht. Die Ideen von Jennifer L. Armentrout sind erfrischend und hat man im ersten Band oftmals noch das Gefühl, das alles schon einmal in ähnlicher Form gelesen zu haben, so ändert sich das hier komplett. Ich bin wirklich gespannt, was sie sich in den Fortsetzungen noch so einfallen lässt. Glücklicherweise müssen wir auch gar nicht mehr sooooo lange auf Band 3 warten, denn dieser soll schon im April diesen Jahres erscheinen. Für mich steht fest, dass ich dieser Reihe auf jeden Fall treu bleiben werde, denn mich hat die Autorin wirklich fesseln können.
Fazit:
Mit dem 2. Band "Onyx - Schattenschimmer" konnte mich Jennifer L. Armentrout entgültig von dieser Reihe überzeugen. Noch spannender als der erste Band, mit mehr Tiefgang, neuen Charakteren - bei denen man nie sicher sein kann, was genau sie eigentlich vorhaben -unerwarteten Wendungen und einer durchgängig hohen Spannungskurve hat mich die Autorin nochmals überraschen können. Ich bin gespannt, wie es weiter geht.

Rezension: Cyn Balog - Fairytale: Verliebt in einen Elf

Fairy Tale. Verliebt in einen Elf - Cyn Balog

Zugegebenermaßen hatte ich aufgrund des Klappentextes etwas anderes erwartet. Das soll nicht heißen, dass die Geschichte schlecht ist, nur eben nicht das, was ich eigentlich gern gelesen hätte.
Morgan und ihr Freund Cam sind beides sehr sympathische Protagonisten, die immer wieder witzige Sprüche reißen, die mich oftmals zum schmunzeln brachten. Morgan erzählt die Geschichte aus der Ich-Perspektive und gibt so einen guten Einblick in ihr neuerdings recht chaotisches Gefühlsleben. Sie ist schlagfertig und mutig, was mir an ihr unheimlich gut gefallen hat.
Die Altersempfehlung des Verlages finde ich passend, für Erwachsene könnte das Buch jedoch ein wenig zu viel Teenie-Romanze enthalten. Zwar fand ich es jetzt nun wirklich nicht schlecht, doch hier fehlten mir ein wenig Spannung und Tiefe. Als kleines Schmankerl zwischendurch ist es dennoch gut geeignet und man wird durchaus gut unterhalten.
Cyn Balogs Schreibstil ist schnörkellos und lässt sich flott weglesen. Überraschende Wendungen gibt es nicht wirklich und manche Situationen lösen sich - für meinen Geschmack - viel zu einfach in Wohlgefallen auf. Auch werden einige Dinge einfach nicht aufgeklärt, sondern müssen vom Leser eben so akzeptiert werden bzw. hatte ich teilweise das Gefühl, dass die Autorin diese Dinge so eingeflochten hat, weil sie so gut in die Geschichte passten, jedoch ohne darüber nachzudenken, wie man das Ganze denn erklären könnte. Das fand ich ziemlich schade, denn interessant waren diese Ideen auf jeden Fall.
Fazit:
Eine nette Geschichte für Zwischendurch, die vor allem jugendlichen Lesern gut gefallen dürfte. Für mich persönlich ein wenig zu viel Teenie-Romanze und zu wenig Fantasy, doch das hat die Autorin mit ihrem Humor wettmachen können.
Ich vergebe 3,5 von 5 Punkten!

Rezension: Colleen Houck - Fluch des Tigers

Fluch des Tigers - Eine unsterbliche Liebe  - Colleen Houck, Beate Brammertz

Hatte ich nach der Lektüre von Band 2 "Pfad des Tigers" noch die Hoffnung, dass es nun endlich besser werden muss, denn schließlich hat die zweite Hälfte des Buches endlich ordentlich Spannung geboten, so wurde ich leider enttäuscht. Zwar wird die Handlung konsequent weitergeführt, doch Kelsey entpuppt sich immer mehr als absolute Nervensäge, die einfach nicht weiß, was sie eigentlich will. Um nicht zu spoilern, kann ich natürlich nicht zu viel verraten, was es relativ schwierig macht, zu beschreiben, was genau mich gestört hat. Um es mal so auszudrücken: Kelsey benimmt sich, wie ein Fähnchen im Wind. Es fällt ihr schwer, zu Entscheidungen zu stehen, die sie getroffen hat. Nachvollziehbar sind diese oftmals auch nicht wirklich. Doch nicht nur Kelsey hat mich dieses Mal gestört, auch Ren entwickelt sich immer mehr zu einem Macho und wäre ich an ihrer Stelle gewesen, hätte er sich warm anziehen können. Kishan geht in diesem Teil leider ein wenig unter, wie ich finde. Zwar hat auch er seine Momente, doch irgendwie hat man oftmals den Eindruck, er läuft so nebenbei mit, hat aber nicht wirklich viel zu melden und das obwohl seine Rolle doch eine recht wichtige ist und sein Charakter im 1. Band doch noch viel düsterer angelegt war. Mittlerweile hat er sich quasi zu einem Schmusekätzchen entwickelt, dem das Feuer einfach fehlt. Das finde ich wirklich schade, denn es fehlt sein Kampfgeist, ganz besonders wenn man bedenkt, was für Gefühle er eigentlich hat.
Abgesehen von den nicht so schönen Entwicklungen der Charaktere und dem ewigen Hin und Her zwischen ebenjenen (was meiner Meinung nach wieder viel zu viel Platz in dem Buch einnimmt), konnte mich die Autorin doch wieder mit ihrem Einfallsreichtum begeistern. Dieses Mal geht es hinaus aufs Meer und die Gefahren, die den Protagonisten dort begegnen sind schon beinahe episch und oftmals ziemlich unheimlich. Das hat mir wieder sehr gut gefallen, denn das ist es, was mich tatsächlich noch bei der Stange hält. Ansonsten wäre diese Reihe tatsächlich schon nach Band 1 für mich beendet gewesen. Da ich von Natur aus ein total neugieriger Mensch bin, werde ich mir auch Band 4 "Schwur des Tigers", welcher am 19. Januar 2015 erscheinen wird, zulegen müssen und hoffe, dass die Autorin wieder so einfallsreich ist und mich mit ihren tollen Ideen in den Bann zieht.
Fazit:
Nach dem stärkeren 2. Band der Reihe hat mich "Fluch des Tigers" wieder ein wenig enttäuscht. Die Charaktere entwickeln sich in eine Richtung, die mir einfach nicht gefallen hat und ganz besonders Kelseys Entscheidungen und Gedankengänge konnte ich stellenweise absolut nicht nachvollziehen. Hätte die Autorin nicht so tolle Einfälle, dann wäre dieses Buch ein Reinfall für mich gewesen.

Rezension: Mindy McGinnis - Bis zum letzten Tropfen

Bis zum letzten Tropfen: Roman (Heyne fliegt) - Mindy McGinnis

Mindy McGinnis hat mit "Bis zum letzten Tropfen" ein Bild von einer dystopischen Welt geschaffen, in dem die Menschheit ziemlich schlecht dasteht. Wasser ist das höchste Gut, darum wird erbittert gekämpft. Wer in der STadt lebt, kann Wasser kaufen, Geburten werden streng kontrolliert. Außerhalb der Städte ist jeder auf sich gestellt, die meisten Häuser wurden bereits geplündert und es ist am besten, niemandem zu vertrauen. So zumindest sieht es Lynn, denn so hat sie es von ihrer Mutter gelernt, mit der sie in ihrem Haus im Keller lebt und das sie erbittert gegen Fremde verteidigen. Schließlich haben sie hinter ihrem Haus einen Weiher und der lockt Fremde natürlich an. Als Lynns Mutter verletzt wird, muss Lynn ihre Art zu denken und zu handeln nochmal gründlich überdenken, um zu überleben...
Die Vorstellung in so einer Welt zu leben, ist ziemlich bedrückend und beängstigend. Mindy McGinnis hat diese Gefühle recht gut in ihrem Roman einfangen können. Dass die Autorin sich mit dem Überleben in der Wildnis auskennt, merkt man, denn auf manche Ideen wäre ich so gar nicht gekommen.
Die Geschichte ist anfangs noch recht ruhig. Man lernt Lynn und ihre Mutter kennen, lernt wie sie überleben und merkt, dass ihr Verhältnis zueinander recht ungewöhnlich für Mutter und Tochter ist. Die Gründe dafür erfährt man im Laufe der Geschichte, die immer mehr an Fahrt aufnimmt, als Lynns Mutter verletzt wird. Die Bedrohung für Lynn ist immer spürbar, ihr Leben dreht sich nur darum, ihr Hab und Gut und vor allem den Weiher zu verteidigen, denn er sorgt für ihr Überleben.
Lynn ist eine Protagonistin, die eigentlich schon seit ihrer Kindheit gelernt hat, um ihr Überleben zu kämpfen. Dementsprechend hart ist sie auch, hat keinerlei Mitgefühl für fremde Menschen, in denen sie grundsätzlich eine Gefahr sieht. Im Laufe der Geschichte verändert sie ihr Verhalten, was auch unbedingt notwendig ist. Auch über ihre Vergangenheit und über die ihrer Mutter erfährt man nach und nach immer mehr und kann beide so noch besser verstehen.
Aufgrund des Klappentextes habe ich ehrlich gesagt eine ganz andere Geschichte erwartet, als die die ich dann tatsächlich lesen durfte. Mehr möchte ich über den Inhalt allerdings gar nicht verraten, denn alles andere würde nur spoilern.
Der Schreibstil der Autorin liest sich leicht und flüssig, ist nicht besonders poetisch oder herausragend, doch das Buch lässt sich flott weglesen.
Mindy McGinnis ist nicht gerade zimperlich mit ihren Protagonisten und sorgt damit für die ein oder andere Überraschung.
Fazit:
"Bis zum letzten Tropfen" ist sicher nicht die beste Dystopie, die ich bisher gelesen habe, doch Mindy McGinnis konnte mich mit ihrer Geschichte wirklich gut unterhalten. Es war spannend zu sehen, wie Lynn und ihre Mutter in dieser unwirtlichen und feindseligen Welt überleben und was passiert, wenn plötzlich einer der beiden ausfällt. Die Charakterentwicklung der Protagonisten hat mir sehr gut gefallen, auch wenn die Autorin teilweise ganz schön hart mit ihnen umgesprungen ist.
Ich vergebe 4,5 von 5 Punkten!

Rezension: David Mark - Ewige Buße

Ewige Buße. McAvoys dritter Fall: Kriminalroman - David Mark, Peter Friedrich

"Ewige Buße" ist eines dieser Bücher, die ich erstmal verdauen musste und über das ich ganz sicher noch öfter nachdenken werde. Das liegt unter anderem an dem überraschenden und auch - für mich - schockierenden Ende, wobei da schon noch einiges offen bleibt.
Dieses ist der dritte Fall für Detective Aector McAvoy. Das wusste ich vorher zwar nicht, doch man muss nicht unbedingt die zwei Vorgänger gelesen haben, um sich zurecht zu finden. Kleine Rückblicke in Aectors Vergangenheit lassen jedoch einige spannende Fälle vermuten.
Anfangs hatte ich noch so meine Probleme mit dem Schreibstil von David Mark, da er stellenweise recht stichpunktartig schreibt. Das zieht sich allerdings nicht durch alle Sätze, sondern ist wohl einfach nur sein Stilmittel, um Umgebungen zu beschreiben, ohne zu ausschweifend zu werden. Nach einer Weile fällt das kaum noch auf, denn man gewöhnt sich recht schnell daran.
Die Protagonisten in diesem Roman sind allesamt sehr menschlich beschrieben, haben Fehler, Macken und Gewohnheiten, die nicht unbedingt positiv rüberkommen, doch trotzdem fand ich die meisten davon recht sympathisch. Allen voran Aector, der seine Familie über alles liebt und alles für sie tun würde. Das zieht sich wie ein roter Faden durch die komplette Geschichte und macht diesen Bär von einem Mann so liebenswert. Fast alle Protagonisten haben Geheimnisse, die sie hüten wollen und die ihnen irgendwann ganz sicher in die Quere kommen werden.
Der Autor hat ein Talent dafür, Spannung aufzubauen und zu schockieren. Die Morde, die in Hull geschehen sind grausam und brutal und David Mark beschreibt sie ohne Rücksicht auf die Nerven des Lesers. Doch nicht nur die Morde spielen hier eine Rolle. Auch eine Bande von Drogendealern macht den Ermittlern das Leben schwer. Diese Storyline wird sich noch im nächsten Band fortsetzen.
Fazit:
David Mark ist für mich eine Neuentdeckung unter den Krimiautoren. "Ewige Buße" ist spannungsgeladen, brutal und intelligent geschrieben. Bis zur Aufklärung hatte ich keine Ahnung, wer der Mörder war. Schockierende Momente einer bestimmten Szene, die der Autor jedoch einfach offen stehen lässt, lassen mir gar keine andere Wahl, als sehnsüchtig auf den nächsten Fall für Aector McAvoy zu warten und auch die Vorgänger näher in Augenschein zu nehmen.

Rezension: Marissa Meyer - Wie Sterne so golden

Wie Sterne so golden (Luna-Chroniken, #3) - Marissa Meyer, Astrid Becker

Obwohl ich mir das niemals hätte vorstellen können, hat mich Marissa Meyer mit dem dritten Band ihrer Luna-Chroniken sogar noch mehr begeistern können, als schon mit "Wie Monde so silbern" und "Wie Blut so rot". Ich staune immer wieder darüber, wie gekonnt die Autorin mehr und mehr Handlungsstränge und Protagonisten zusammenbringt, ohne dass man den Überblick verliert oder sich mit einem davon langweilen würde. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich selten eine so starke Reihe gelesen habe, wie diese und ich bin wirklich froh, dass es mit diesem dritten Band noch nicht zu Ende ist (wie ich anfangs noch dachte). Der vierte Teil der Luna-Chroniken "Wie Schnee so weiß" wird nächsten Herbst erscheinen und die Protagonistin, die dort vermutlich eine große Rolle spielen wird, dürfen die Leser schon kurz kennenlernen. Diese ist eine wahnsinnig interessante Figur, wie ich finde und ich bin wirklich gespannt, was Marissa Meyer mit den Nerven der Leser noch so alles anstellen wird. Denn eines ist schonmal sicher: es wird spannend.
Ich habe mich wieder sehr gefreut, meine liebgewonnenen Protagonisten wieder zu treffen und auch neue kennenzulernen. Cress ist zwar keineswegs so mutig, wie Cinder und Scarlet, doch trotzdem muss man sie einfach in sein Herz schließen. Ich bin schon sehr gespannt, welche Entwicklung sie noch durchmachen wird. Mein Lieblingsprotagonist in diesem Teil war ganz eindeutig Thorne, der dieses Mal eine noch größere Rolle einnehmen durfte. Er hat immer einen lockeren Spruch auf den Lippen, auch wenn Situationen komplett auswegslos erscheinen und so langsam bekommt man das Gefühl, dass hinter seiner Fassade noch viel mehr stecken muss. Das fand ich unheimlich spannend mitzuerleben.
Man merkt, dass es unaufhaltsam auf das Finale zugeht, denn es wird von Seite zu Seite spannender. Man klebt förmlich an den Seiten und zum Schluss hofft man, dass die Zeit bis zum Erscheinen von "Wie Schnee so weiß" möglichst schnell vorbei geht, denn natürlich endet dieses Buch mit einem ganz bösen Cliffhanger.
Marissa Meyers Schreibstil ist, wie gewohnt, großartig. Ihre Ideen sind immer wieder überraschend und wieder hat es mich beeindruckt, wie die ganzen Märchenaspekte so perfekt in die Geschichte passen.
Fazit:
"Wie Sterne so golden" ist der - meiner Meinung nach - bisher stärkste Teil der Luna-Chroniken. Marissa Meyer bringt wieder gekonnt viele Handlungsstränge und Protagonisten zusammen, ohne dass der Leser von den Informationen überfordert wird. Überraschende Wendungen, wahnsinnig spannende Szenen und liebenswürdige Charaktere lassen diese an Rapunzel erinnernde Märchenadaption zu einem wahren Gefühlschaos werden und den Leser selbst nach Beenden des Buches nicht mehr los. Ich freue mich schon sehr auf "Wie Schnee so weiß" (wenn nur die Wartezeit nicht so lang wäre...).

Rezension: Colleen Houck - Pfad des Tigers

Pfad des Tigers - Eine unsterbliche Liebe  - Colleen Houck, Beate Brammertz

Nachdem ich vom ersten Band der Reihe "Kuss des Tigers" leider nicht so wirklich überzeugt war, hoffte ich doch sehr, dass Colleen Houck mich mit "Pfad des Tigers" etwas mehr begeistern konnte. Nach kleinen Anlaufschwierigkeiten ist das tatsächlich gelungen. Leider hat sich die Autorin - wie schon beim 1. Band von mir bemängelt - wieder mit Kleinigkeiten und unwichtigen Nichtigkeiten aufgehalten, die - zumindest meiner bescheidenen Meinung nach - vollkommen unnötig gewesen wären, denn dadurch wurde die Geschichte nur wieder künstlich in die Länge gezogen. Beispielsweise verschwendet Colleen Houck ein komplettes Kapitel darauf, zu beschreiben, wie Kelsey sich mit drei anderen Jungs trifft, obwohl sie doch eigentlich so verliebt in Ren ist. Natürlich fahren irgendwie haufenweise Kerle auf sie ab, obwohl sie vorher nie einen Freund hatte und sich selbst überhaupt nicht attraktiv findet. Das fand ich vollkommen unpassend und das war wieder einer der Momente, in denen ich Kelseys Handlungen einfach nicht nachvollziehen konnte. Die ersten ca. 170 Seiten waren dementsprechend relativ langatmig, doch glücklicherweise ändert sich das dann wieder und endlich geht es so richtig los. Es wird spannend und auch hier beweist die Autorin wieder ihr Händchen für fantasievolle Einfälle, mit denen sie mich wirklich begeistern konnte. Kelsey und Kishan erleben einige unglaubliche Abenteuer, die die Autorin wieder wunderbar in die Geschichte eingeflochten hat. Detailliert beschreibt sie alle Wesen und die Landschaft, was ich ja immer gerne mag. Ganz so störend war ihre detailverliebtheit dann auch nicht, wie im ersten Band (zumindest nach den ersten 170 Seiten). Auffallend war hier jedoch wieder ihre Liebe zum Essen und die Beschreibung der Kleidung, die die Protagonisten tragen. Gut gefallen hat mir jedoch, dass Colleen Houck offensichtlich immer gut recherchiert. Sagen, ebenso wie die Kultur der Länder, die Kelsey bereist, werden erklärt, ohne zu langweilen. Dieses Mal verschlägt es sie nach Tibet und ich bin wirklich gespannt, wo es als nächstes hingehen wird.
Kelsey entwickelt sich zum Ende des Buches hin zu einer stärkeren Persönlichkeit, auch wenn sie ab und an gerne mal auf dem Schlauch steht (und man sie dann doch mal runterschubsen muss, damit sie versteht, was gerade los ist). Ich hoffe sehr, dass ihre Sprunghaftigkeit und Unsicherheit sich im nächsten Band "Fluch des Tigers" auch noch legen werden.
Neben Wendungen, die ganz offensichtlich für den Leser sind, gibt es jedoch auch einige, die man so nicht unbedingt erwartet hätte. Gerade am Ende wird es unglaublich spannend und die Autorin hat es noch einmal geschafft, mich komplett an das Buch zu fesseln und neugierig auf den nächsten Band zu machen.
Fazit:
Der 2. Band der Reihe konnte mich eindeutig mehr überzeugen als der Auftakt. Die spannenden Abenteuer, die Kelsey diesmal in Tibet erlebt, verbunden mit den vielen interessanten Wesen, denen sie dabei begegnet und einer dramatischen Wendung am Ende des Buches, konnten mich über das schwache erste Drittel hinwegtrösten und machen neugierig auf die Fortsetzung.

Rezension: Colleen Houck - Kuss des Tigers

Kuss des Tigers - Eine unsterbliche Liebe: Kuss des Tigers 1: Roman - Colleen Houck

Anfangs hatte ich so meine Zweifel, wie die Autorin die Geschichte umsetzen könnte, ohne gerade die Tigerverwandlungsgeschichte lächerlich hinzustellen. Doch das ist ihr gut gelungen, wie ich finde. Natürlich gibt es schon Geschichten mit unzähligen anderen Tieren, die sich in Menschen verwandeln bzw. umgedreht. Doch die Autorin hat dem ganzen einen märchenhaften Touch verliehen, was mir gut gefallen hat. Das Setting ist ebenfalls zauberhaft und dadurch wird eine ganz besondere Atmosphäre geschaffen, die den Leser wunderbar in den indischen Dschungel entführt. Colleen Houck hat offensichtlich ein Herz für Indien, denn man hat das Gefühl, dass sie dieses Land ziemlich gut kennt. Der Leser erfährt viel über die indische Kultur und auch die Umgebung wird detailliert beschrieben, so dass es nicht schwerfällt, sich alles genau vorzustellen, auch wenn man selbst noch nie dort war. Grundsätzlich mag ich es sehr, wenn Autoren detailliert schreiben, doch hier war es mir stellenweise doch etwas zu viel des Guten. Colleen Houck hat sich oftmals in Banalitäten verloren, was leider irgendwann langweilig wurde und der Geschichte ein wenig den Wind aus den Segeln genommen hat. Was die Protagonisten im Schrank hängen haben, was sie anziehen oder essen muss meiner Meinung nach nicht ausführlich erörtert werden. Sowas könnte man getrost der Fantasie des Lesers überlassen. Mit fast 550 Seiten ist das Buch nicht unbedingt eines der dünnen Bücher, hätte es aber durchaus sein können, wenn die Autoren nicht alles so sehr ausgeschmückt hätte.
Darüber hinwegtrösten konnte mich die doch recht spannende Geschichte um den Prinzen Ren und seinen Bruder Kishan, die beide in Tiger verwandelt wurden. Wie und warum das passiert ist, erfährt man schon im Prolog und die Idee finde ich wirklich gut gelungen. Der Autorin mangelt es nicht an Ideen, was man schon daran sehen kann, was Kelsey und Ren im indischen Dschungel erleben müssen. Die Spannungskurve ist in solchen Momenten hoch, doch wird immer wieder gestört, durch oben angesprochenen Banalitäten.
Die Charaktere sind relativ tiefgründig, auch wenn mich ein paar Klischees dann doch gewaltig genervt haben (beispielsweise: wunderschöner Prinz verliebt sich in wunderschönes Mädchen, welches aber absolut keine Ahnung hat, dass es wunderschön ist - ja, das kennen wir schon aus unzähligen anderen Büchern). Ren und Kishan sind für mich die interessanteren Charaktere, denn Kelsey, die Ich-Erzählerin, wurde mir im Laufe der Geschichte einfach ein wenig zu zickig und handelte oftmals vollkommen unsinnig, so dass man sie am liebsten einfach mal kräftig schütteln möchte, um sie zur Vernunft zu bringen. Ihre Gedankengänge konnte ich einfach nicht nachvollziehen.
Der Schreibstil der Autorin gefällt mir gut, auch wenn er manchmal zu ausschweifend wurde. Trotzdem liest er sich leicht und flüssig und nicht immer fand ich ihre detaillierten Beschreibungen unpassend.
Fazit:
Trotz einiger Schwächen hat "Kuss des Tigers" durchaus seine guten Seiten. Die Autorin hat tolle Ideen, das Setting gefällt mir unheimlich gut und Spannung ist durchaus vorhanden, wird jedoch immer wieder unterbrochen durch unnütze Informationen, bei denen es nicht schlimm gewesen wäre, wenn diese gefehlt hätten. Da die Geschichte trotzdem spannend ist, möchte ich natürlich auch wissen, wie sie weiter geht und was die Protagonisten in Indien noch so alles erleben werden.
Ich vergebe 3,5 von 5 Punkten!

Rezension: Marissa Meyer - Wie Blut so rot

Wie Blut so rot (Luna-Chroniken, #2) - Marissa Meyer, Astrid Becker

Nachdem ich von "Wie Monde so silbern" schon absolut begeistert war, war für mich klar, dass ich auch den Folgeband der Luna-Chroniken "Wie Blut so rot" unbedingt lesen muss.
In "Wie Blut so rot" lernen wir Scarlet kennen, die mit ihrer geliebten Großmutter einen Bauernhof betreibt. Nun ist ihre Großmutter jedoch seit zwei Wochen verschwunden und ganz plötzlich taucht Wolf in ihrem Leben auf. Was hat er mit dem Verschwinden ihrer Großmutter zu tun und kann er ihr helfen, sie wiederzufinden?
Wer sich hierbei ein wenig an Rotkäppchen erinnert fühlt, der liegt gar nicht mal so falsch. Viele Elemente aus diesem Märchen tauchen in diesem Buch auf und ich finde es einfach genial, wie Marissa Meyer diese hier eingebunden hat. Natürlich baut die Autorin ihre eigenen Ideen ein und die sind noch um einiges unheimlicher als das Grimm´sche Märchen, doch wie ich finde, passt das wirklich perfekt in dieses Buch. Auch wie Frau Meyer die Ereignisse aus "Wie Monde so silbern" hier einbringt, war für mich überraschend und doch könnte ich es mir jetzt gar nicht anders vorstellen. Einige Geheimnisse werden aufgedeckt, es gibt wieder unzählige überraschende Wendungen und so macht dieses Buch genauso viel Spaß wie schon Band 1.
Mit Scarlet und Wolf gibt es außerdem sehr interessante und tiefgründige neue Protagonisten, und das gilt ganz besonders für Wolf, der immer wieder ganz anders handelt, als man das vor einem Moment noch von ihm erwartet hätte und der nicht immer sympathisch auf den Leser wirkt, sondern diesen auch schonmal zum schaudern bringt. Mit Kapitän Thorne taucht außerdem ein etwas verrückter, witziger und sympathischer Charakter auf, der die Stimmung des Buches immer wieder auflockert mit seinen Sprüchen.
Marissa Meyers Schreibstil ist wieder fesselnd und nicht zu ausschweifend, aber doch so, dass man sich ganz genau vorstellen kann, in was für einer Welt die Ereignisse stattfinden.
Das offene Ende lässt dem Leser gar keine andere Wahl, als auch zum 3. Band "Wie Sterne so golden" zu greifen, denn einmal in diese Welt und die großartige Geschichte eingetaucht, kann man sich dieser kaum noch entziehen.
Fazit:
"Wie Blut so rot" ist eine großartige Fortsetzung, die seinem Vorgänger "Wie Monde so silbern" in nichts nachsteht. Interessante und gut ausgearbeitete neue Charaktere, die einem schnell ans Herz wachsen und die für unerwartete Wendungen sorgen; spannungsgeladene und unheimliche Szenen; die Zusammenführung der verschiedenen Handlungsstränge aus beiden Büchern; ebenso wie die gekonnte Einbindung von Elemten aus Rotkäppchen fesseln den Leser an das Buch und machen neugierig auf den dritten Band "Wie Sterne so golden".

Rezension: Akram El-Bahay - Flammenwüste

Flammenwüste: Roman - Akram El-Bahay

Nachdem ich das kurze eBook "Flammenwüste - Das Geheimnis der goldenen Stadt" vor kurzem gelesen habe, war ich natürlich unheimlich neugierig und gespannt auf "Flammenwüste". Komplett überzeugen konnte mich das Buch leider nicht, doch das heißt nicht, dass es mir nicht gefallen hätte. Der Schreibstil von Akram El-Bahay liest sich flüssig und ist sehr detailliert. Normalerweise mag ich das sehr gerne,  doch hier wurde es selbst mir stellenweise ein wenig zu viel des Guten. Durch diese detaillierten Beschreibungen entstehen einige Längen, die - meiner Meinung nach - unnötig gewesen wären. Anur und seine Freunde reisen sehr viel, erleben jede Menge Abenteuer und kämpfen immer wieder um ihr Leben. Das sorgt für einiges an Spannung, doch leider sind gerade die Reisen durch die Wüste stellenweise ein wenig langatmig. Das orientalische Setting hat mir gut gefallen, auch wenn es mir stellenweise ein wenig zu viel der Wüste wurde. Durch die Beschreibungen des Autors konnte man sich wirklich gut in diese Umgebung hineinversetzen.Anur ist ein sympathischer Charakter, der seine Aufgabe trotz aller Zweifel und Ängste annimmt und für seine Freunde durchs Feuer gehen würde. Die Charaktere hätten allesamt ein wenig mehr Tiefe vertragen, doch für diese Art von Roman ist das nicht unbedingt nötig. Wirklich gut gefallen hat mir der Einfallsreichtum des Autors, was magische Wesen und Ungeheuer angeht. Immer wieder tauchen neue unheimliche Wesen auf und es hat wirklich Spaß gemacht, diese kennen- und fürchten zu lernen. Im Laufe des Buches werden immer wieder Geschichten und Mythen aus der Wüste erzählt, die wunderbar in den Erzählfluss gepasst haben und die ich wirklich faszinierend fand.  Die Geschichte kann man als relativ in sich abgeschlossen betrachten, zumindest gibt es keinen allzu fiesen Cliffhanger. Trotzdem lassen einige Ereignisse vermuten, dass es noch weitergehen wird und ich möchte natürlich wissen, wie die Geschichte sich weiter entwickeln wird. Fazit:Orientalische  Märchen, Drachen, fliegende Teppiche, Ghoulas, Ifriten und noch viele andere Mythen und magische Wesen, sind die Zutaten zu diesem Fantasy-Roman. Wären einige Längen nicht gewesen, hätte es von mir die Bestwertung gegeben, doch leider hatte ich damit so meine Probleme.  Akram El-Bahay schafft es dennoch, den Leser in eine Welt voller Geheimnisse hineinzuziehen und macht neugierig auf mehr. 

Rezension: Leigh Bardugo - Grischa 3: Lodernde Schwingen

Grischa: Lodernde Schwingen (Grischa, #3) - Leigh Bardugo, Henning Ahrens

Was habe ich auf diesen finalen Band einer meiner absoluten Lieblingsreihen hingefiebert. Das lange Warten hat sich gelohnt, denn ich wurde nicht enttäuscht. Wie schon in den ersten beiden Bänden gibt es viele überraschende Wendungen (die mich teils wirklich schockiert haben), ruhige Stellen, die Alina und ihre Mitstreiter jedoch nur kurz zur Ruhe kommen lassen und spektakuläre spannungsgeladene Szenen, die - meiner bescheidenen Meinung nach - regelrecht nach einer Verfilmung schreien. Leigh Bardugo zaubert dem Leser immer wieder die schönsten Bilder in den Kopf und so kann dieser sich wunderbar in die märchenhafte Landschaft Rawka´s hineinversetzen. Die Einflüsse russischer Märchen sind in der kompletten Trilogie nicht von der Hand zu weisen und gerade das macht diese so ungewöhnlich und schön. Natürlich spielt auch die großartige Geschichte eine große und wichtige Rolle, ebenso wie die Entwicklung der Charaktere, die man von Band zu Band mitverfolgen kann. Jeder der Hauptprotagonisten und auch einige der Nebenfiguren entwickelt sich zu einem starken Charakter und sorgt so ebenfalls für einige Überraschungen. Alina und Maljen haben es auch in diesem Teil nicht leicht und werden auf die größte Probe gestellt, die man sich überhaupt vorstellen kann. Beide  würden am liebsten einfach ausbrechen und so ihrer Bestimmung entrinnen, was natürlich leichter gesagt als getan ist. Wieder spürt man ganz deutlich Alinas Ziespalt ihrer Macht gegenüber und kann ihre Zweifel und Sorgen gut nachvollziehen. Dass Leigh Bardugo einen wunderschönen und fesselnden Schreibstil hat, ist ja nichts neues für Fans der Trilogie und doch konnte sie mit diesem Trilogieabschluß die beiden Vorgänger fast noch übertrumpfen, denn die Geschichte strotzt nur so vor Spannung, Überraschungen und Tragik. Fazit:Für mich der perfekte Abschluß einer wunderbaren Trilogie. Mit der märchenhaften und doch oftmals düsteren Stimmung, zauberhaften Kreaturen, überraschenden Wendungen, dem wunderschönen und fesselnden Schreibstil und der stetigen Weiterentwicklung ihrer Charaktere konnte Leigh Bardugo mich wieder vollkommen in ihren Bann ziehen.

Rezension: Bettina Belitz - Vor uns die Nacht

Vor uns die Nacht - Bettina Belitz

"Vor uns die Nacht" ist eines dieser Bücher, die einen vollkommen in ihren Bann ziehen und selbst nach dem Lesen erstmal nicht wieder loslassen. Schuld daran ist der großartige Schreibstil von Bettina Belitz, ebenso wie die faszinierenden Charaktere und natürlich die Geschichte, die vollkommen anders verläuft, als man sich das anfangs vielleicht vorgestellt hat. Ronia, die Ich-Erzählerin dieser Geschichte, ist eine recht ungewöhnliche Protagonistin, die von Selbstzweifeln geplagt wird und immer tiefer in den Sog hineingezogen wird, den Jan auf sie ausübt. Jan fasziniert sie, weil er komplett anders ist, als alle, die sie bisher getroffen hat. Er schert sich nicht um das was andere über ihn denken und geht seinen eigenen Weg. Ronia kann an nichts anderes mehr denken, als daran, was Jan wohl gerade tut, was er denkt und vor allem was er über sie denkt. Das artet in Dimensionen aus, die nicht mehr gesund sind. Dabei beschreibt die Autorin die Gefühle, Ängste und Zweifel ihrer Protagonistin so überzeugend und intensiv, dass der Leser diese ganz genau nachvollziehen kann, denn schließlich hat so ziemlich jeder so etwas schon einmal erlebt: Zweifel daran, ob der andere genauso fühlt, wie man selbst. Genau wie Ronia, bleiben auch dem Leser Jans Gründe für sein Handeln komplett verborgen, überraschend sind seine Taten jedoch so gut wie immer. Jan ist ein wahnsinnig interessanter Charakter, dessen Tiefe im Lauf der Geschichte immer mehr offenbart wird. Ronia entdeckt immer wieder neue Seiten an ihm, die auf den ersten Blick gar nicht zu ihm passen wollen. Nicht nur die intensiven Gefühle und die Unberechenbarkeit von Jan machen die Geschichte so spannend, auch eine überraschende Wendung in Ronias Leben sorgen für zusätzliche Dramatik. Es fällt wirklich schwer, dieses Buch aus der Hand zu legen. Unweigerlich schließt man Ronia und Jan ins Herz, auch wenn beide eigentlich schwierige Charaktere sind. Nicht selten kann man deren Handlungen nicht wirklich nachvollziehen und trotzdem hofft und bangt man für die beiden. Fazit:"Vor uns die Nacht" ist für mich das erste Buch von Bettina Belitz. Eines ist ganz sicher: es wird nicht das letzte bleiben. Die Autorin beschreibt die Gefühle ihrer Protagonistin so intensiv, wie ich das nur selten erlebt habe. Ihr wunderschöner und detaillierter Schreibstil, die interessanten Charaktere und überraschende Wendungen tun das übrige dazu, dass man dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte und es viel zu schnell ausgelesen ist. Definitiv eines dieser Bücher, die man wieder und wieder lesen muss.Ich vergebe 5 von 5 Sternen!

Rezension: Susanne Gerdom - Aethersturm

Aethersturm - Susanne Gerdom

Kennt ihr dieses Gefühl von Nachhause kommen, wenn ihr ein Buch lest? Mir ging es hier genau so, denn ich fühlte mich sofort wieder wohl mit all den altbekannten Charakteren, in der Aetherwelt.

Die Geschichte beginnt mit einem kleinen Rückblick auf Jenös Vergangenheit, so dass man diesen ein wenig besser kennenlernen kann. Das natürlich aus gutem Grund, denn Jenö wird noch eine wichtige Rolle spielen. Nach diesem kurzen Vorspiel geht es weiter mit den Ereignissen, die sich direkt im Anschluss an den ersten Band "Aethermagie" abspielen. Durch kleine Rückblicke findet man sich schnell wieder zurecht, weiß wieder, was passiert ist und fühlt sich eben sofort zu Hause angekommen. Die Protagonisten hat man schon im ersten Band liebgewonnen und dieses Gefühl ändert sich auch hier nicht. Es ist eben, als wenn man alte Freunde endlich wieder trifft. Doch auch neue interessante und für Überraschungen sorgende Protagonisten tauchen auf, die noch für Wirbel sorgen werden. Eines ist zumindest sicher: nichts ist, wie es scheint. Überraschende Wendungen gibt es hier zuhauf, was das ganze natürlich umso spannender macht. Überhaupt kommt absolut keine Langeweile beim Lesen auf, denn Susanne Gerdom hat einfach das Talent, den Leser sofort zu packen und zu halten, bis das Buch zu Ende ist. Die Charaktere sind allesamt - wie immer - großartig ausgearbeitet, der Schreibstil ist einfach nur wunderschön, detailliert, mitreissend und fesselnd und die Geschichte überrascht und ist unglaublich spannend. Besonders fällt das wieder in der Irrenanstalt auf, die die Autorin so gut beschreibt, dass man sich fühlt, als müsste man selbst dort bangen und hoffen. Die Atmosphäre, die sie dabei schafft, ist so bedrückend und beängstigend, dass man mit Kato und ihren Freunden einfach mitfiebern muss.

Fazit:

Susanne Gerdom ist mal wieder ein großartiger Genre-Mix aus Fantasy, Steampunk und Historie gelungen. Liebgewonnene Protagonisten überraschen ebenso wie neu dazugekommene; überraschende Wendungen sorgen für Spannung und der fantastische Schreibstil der Autorin sorgt dafür, dass man dieses Buch gar nicht mehr aus den Händen legen möchte. Ich kann diese Dilogie wirklich nur empfehlen. Beste Unterhaltung ist garantiert!

Rezension: Elvira Zeißler - Feenkind: Der See des Abschieds

Feenkind - Elvira Zeißler

 

"Feenkind - Der See des Abschieds" ist der Auftakt der Reihe, in dem Elvira Zeißler den Lesern ihre Figuren und Welt vorstellt. Die Ideen der Autorin sind zwar nicht komplett neu, doch trotzdem spannend und interessant.

 

Dhalia, Tochter aus gutem Hause, lebt schon seit ihrer Geburt mit einer Weißsagung, die sich nun an ihrem 18. Geburtstag erfüllen soll. Keiner weiß, worum es sich eigentlich handelt, doch trotzdem wird sie seit ihrer Kindheit darauf vorbereitet. Dadurch musste sie schon früh lernen, sich zu verteidigen und ist nicht das typische verwöhnte Prinzesschen. Einige ihrer Handlungen konnte ich zwar nicht unbedingt nachvollziehen und ab und an war sie ein wenig zickig, doch größtenteils war sie mir recht sympathisch. Dhalia begibt sich auf die Suche nach ihrer Herkunft, weiß eigentlich nichtmal, wonach sie eigentlich sucht und trifft auf ihrer Reise Christopher, mit dem der Start hätte besser verlaufen können. Trotzdem werden die beiden Reisegefährten, wobei jeder seine eigenen Ziele verfolgt, die dem anderen allerdings noch verborgen bleiben sollen. Die Chemie zwischen den beiden fand ich nicht immer überzeugend. In einem Moment behandeln die beiden sich fast freundschaftlich, im nächsten wird wieder gezickt. Das fand ich anfangs noch verständlich, auf die Dauer wurde es allerdings ein wenig nervig. Auch dass die beiden sich nach einer recht langen gemeinsamen Reise immer noch siezen war für mich unverständlich. Die für mich interessanteste Protagonistin war Eliza, eine Dunkelfee, die mit ihren vielen Facetten überzeugen konnte. Sie hat wirklich überraschen können, was mir gut gefallen hat.

 

Die Spannungskurve ist nicht unbedingt hoch, die Reise der beiden Protagonisten trotzdem interessant, besonders da die Autorin den Leser in ihre Welt entführt, die sie wirklich schön beschreibt, so dass man sich gut da hineinversetzen kann. Die Dialoge kamen mir teilweise ein wenig aufgesetzt vor, aber nicht so extrem, dass es tatsächlich gestört hätte. Leider gab es immer wieder Rechtschreib- und auch Grammatikfehler, ebenso wie plötzlich abgehackte Sätze (was vermutlich auch an der Formatierung des eBooks liegen könnte), die dann doch sehr verwirrt haben und bei denen man sich den Rest einfach selbst zusammenraten musste.

 

Die Geschichte endet mit einem großen Cliffhanger, der ziemlich gemein ist. Als Anhang gibt es noch eine Leseprobe zum zweiten Teil, der ebenfalls spannende Abenteuer verspricht und natürlich neugierig auf die Fortsetzung macht.

 

Fazit:

 

"Feenkind - Der See des Abschieds" ist ein interessanter Auftakt, der neugierig auf mehr macht. Zwar könnten die Dialoge durchaus noch wesentlich ausgefeilter sein, doch die Geschichte ist spannend, die Protagonisten sind gut ausgearbeitet und die Autorin entführt den Leser in eine interessante Welt, voller magischer Wesen und großer Geheimnisse.

 

Rezension: Fletcher Moss - Der Giftschmecker

Der Giftschmecker - Fletcher Moss

Als Giftschmecker hat man es nicht leicht, und noch viel schlimmer wird das ganze, wenn nun auch noch jemand nach dem eigenen Leben trachtet und man nicht mehr nur für andere das Essen testen muss. Dalton Fly gerät eher durch Zufall in Bedrängnis, als sich Machtkämpfe um den Platz um die Herrschaft über Highlions entspinnen und muss nun um sein Leben kämpfen...
Dalton Fly, der Ich-Erzähler der Geschichte, ist ein Protagonist, der mir von Anfang an unheimlich sympathisch war. Er hat kein einfaches Leben, sondern verdient sein Geld als Giftschmecker. Er kostet für die Reichen und Mächtigen vor, immer mit der Angst, dabei selbst zu sterben. So ein Leben ist ganz sicher kein Spaß, besonders wenn man abgehärtet wird, indem man immer wieder Gifte zu sich nehmen muss, um nicht sofort daran zu sterben, sollte man doch einmal etwas im Essen anderer Leute finden. Dalton weiß nicht, woher er kommt, wer seine wirkliche Familie ist und hat nur die kleine Bande Giftschmecker als Ersatzfamilie. Trotzdem gibt er sich nie auf, wird im Laufe der Geschichte sogar noch stärker und muss über sich hinauswachsen. Diese Entwicklung hat mir unheimlich gut gefallen.
Auch die anderen Protagonisten sind ziemlich interessant und teilweise wirklich ungewöhnlich. Ganz besonders auffällig ist da Luke, die eigentlich ein Mädchen ist, sich aber durch einen Mädchennamen nicht unterdrücken lassen will. Ihre Aussagen haben mich oft zum Schmunzeln gebracht.
Die Geschichte ist unheimlich spannend, denn Dalton und seinen Freunden wird keine Pause gegönnt. Schon auf den ersten Seiten wird der Leser direkt in eine brenzlige Situation hineingeworfen. Die Ereignisse überschlagen sich und Dalton gerät immer tiefer in die Machtkämpfe hinein. Dabei gibt es die ein oder andere überraschende Wendung und einen wirklich unheimlichen Gegner, der sich nicht so leicht abschütteln lässt.
Fletcher Moss hat einen mitreissenden Schreibstil und schafft damit eine Atmosphäre, die unheimlich gut zu der Geschichte passt. Die Informationen, die man zu den verschiedenen Giften erhält, sind sehr interessant und gut recherchiert.
Fazit:
"Der Giftschmecker" ist ein unglaublich spannendes Debüt, mit unerwarteten Wendungen, außergewöhnlichen und interessanten Charakteren, dass von den ersten Seiten an zu fesseln weiß.