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Rezension: Kirsty McKay - play2live

play2live - Kirsty McKay, Frank Böhmert

Kirsty McKay hat mich mit ihren Zombiebüchern - der "Untot"-Reihe - wahnsinnig gut unterhalten. Ihr Witz hat mir unheimlich gut gefallen und deshalb konnte ich natürlich auch an "play2live" nicht vorbeigehen.
Auf dem Eliteinternat Umfraville Hall, welches auf einer einsamen und abgeschotteten Insel liegt, vergnügen sich ausgewählte Schüler mit einem Spiel, bei dem 12 Spieler herausfinden müssen, wer der Mörder ist. Mit gespielten "Morden" dünnt sich die Zahl der Spieler immer mehr aus und Aufgabe der verbliebenen Spieler ist es, herauszufinden, wer denn nun eigentlich der Mörder ist. Eigentlich ist das ein recht harmloses Spiel, doch plötzlich werden die Morde immer gefährlicher und es kommt zu den ersten echten Opfern. Irgendjemand hat es offensichtlich auf Cate abgesehen, denn sie bekommt immer wieder Drohungen des Mörders.
Schon von den ersten Zeilen an landet man direkt im Spiel. Cate, die Ich-Erzählerin der Geschichte, ist eigentlich eher eine Außenseiterin, die nur wenig Freunde hat und sich nicht unbedingt größter Beliebtheit erfreut. Umso mehr freut sie sich darüber, doch im Spiel aufgenommen worden zu sein und würde so ziemlich alles dafür tun (wie man schon im ersten Kapitel erfahren kann). Nicht nur, dass Cate herausfinden möchte, wer den Mörder spielt, um das Spiel zu gewinnen, muss sie nun auch um ihre Sicherheit fürchten und herausfinden, wer es da tatsächlich auf sie abgesehen hat. Dabei schlittert sie immer wieder in gefährliche und unheimliche Situationen und weiß bald nicht mehr, wem sie überhaupt noch trauen kann. Selbst ihre besten Freunde wirken auf sie verdächtig, was es für sie natürlich nicht leichter macht.
Kirsty McKay kann die Gefühle ihrer Protagonistin gut darstellen, so dass man sich in sie hineinversetzen kann. Sie beschreibt die Umgebung so realistisch, dass man sich oft fühlt, als wäre man selbst gerade auf der sturmumtosten Insel, von der es kaum einen Ausweg gibt. Dieses Setting passt natürlich wunderbar zu dieser Geschichte und gibt ihr das besondere Flair.
Mit ihrem einfachen und doch mitreißenden Schreibstil, fesselt die Autorin den Leser an das Buch und Protagonistin Cate kommt kaum zum Durchatmen, da immer wieder unheimliche Dinge passieren. Dementsprechend hoch ist der Spannungsbogen im Verlauf der Geschichte. Kirsty McKay führt nicht nur Cate immer wieder auf falsche Spuren, was den Mörder angeht. Bis zum Schluss hat man so ziemlich jeden Mitspieler in Verdacht und die Auflösung kommt dann relativ überraschend.
Auch der Humor kommt hier nicht zu kurz, auch wenn ich mir davon etwas mehr gewünscht hätte.
Fazit:
"play2live" ist ein spannendes, kurzweiliges Buch, in dem die Autorin wieder mit ihrer humorvollen Art und einigen überraschenden Wendungen überzeugen konnte. Den Charakteren würde noch ein bisschen mehr Tiefgang nicht schaden, doch das trübt den Lesegenuss nicht wirklich. Das Setting hat mir unheimlich gut gefallen und passte perfekt zu der spannenden Geschichte.

Rezension: Marissa Meyer - Wie Schnee so weiß

Wie Schnee so weiß - Marissa Meyer, Astrid Becker

Nachdem die Leser auf den finalen Band der Luna-Chroniken nun - im Gegensatz zu den Vorgängerbänden - relativ lange warten mussten, konnte ich es kaum erwarten, endlich wieder in die Welt meiner Lieblingsbuchreihe einzutauchen. Mit über 800 Seiten ist dieser Teil auch der dickste Band der Reihe, aber meiner Meinung nach hätte das Buch gerne noch mehr Seiten umfassen dürfen. Ich habe mich keine Sekunde gelangweilt, ganz im Gegenteil.
Wie gewohnt fesselt Marissa Meyer wieder mit ihrem wunderschönen Schreibstil und dieses Mal wird es sogar noch interessanter, da es unsere Helden direkt auf den Mond verschlägt. Wie die Autorin Luna, ihre Bewohner und deren Welt beschreibt, hat mir unheimlich gut gefallen. Ich konnte mir wieder richtig gut vorstellen, wie es dort aussieht und selbst dort gibt es Gegensätze, wie sie größer nicht sein könnten. Leben die Reichen im absoluten Überfluss und Luxus, so müssen die Armen hart um ihr Überleben kämpfen und bekommen sogar ihre Nahrung rationiert.
Alle Handlungsstränge laufen hier nun endlich zusammen und es kommt zum großen Showdown, der wirklich episch anmutet. Ich hoffe so sehr auf eine Verfilmung, denn dieser Stoff ist einfach umwerfend.
Alle liebgewonnenen Charaktere kommen hier wieder zum Einsatz und wir lernen Prinzessin Winter näher kennen, die von ihrer Stiefmutter Levana gehasst wird und immer wieder ihren Launen ausgesetzt ist. Das Märchen Schneewittchen merkt man diesem Band sehr an, denn einige Handlungsstränge kann man hier wiedererkennen. Diese passen unheimlich gut zum Rest der Geschichte und auch dieses Mal bin ich einfach nur begeistert davon, wie die Autorin es schafft, diese märchenhaften Elemente in ihre Science-Fiction-Geschichte einzuweben.
Marissa Meyer lässt ihren Protagonisten kaum eine Verschnaufpause, so dass sie alle näher zusammenrücken und auch Opfer bringen müssen. Überraschende Wendungen sind auch in diesem Band zuhauf vorhanden und der Spannungsbogen ist kontinuierlich sehr hoch.
Für mich steht fest: Ich muss die kompletten Luna-Chroniken irgendwann nochmal am Stück lesen und werde auch dann wieder jeden Moment auskosten.
Fazit:
Das Finale der Luna-Chroniken ist genauso großartig, wie die drei Vorgänger. Diese epischen Bücher haben sich zu meiner absoluten Lieblingsreihe entwickelt und ich hoffe sehr, mehr von Marissa Meyer lesen zu können. Wieder konnte die Autorin mich mit ihrem schönen, detaillierten Schreibstil, ihren sympathischen und interessanten Charakteren und einer unheimlich spannenden Geschichten absolut fesseln.
Der perfekte Abschluss einer - für mich - perfekten Buchreihe.

Rezension: Erika Johansen - Die Königin der Schatten

Die Königin der Schatten: Roman - Erika Johansen, Kathrin Wolf

Kelsea Glynn lebt von beinah allen Menschen abgeschieden im Wald bei ihren Pflegeeltern. Nicht selten sehnt sie sich danach, einfach auszubrechen und herauszufinden, wie das wahre Leben ist. Die einzige Möglichkeit, etwas darüber zu erfahren, wie es in der Welt vor sich geht, sind ihre Bücher und ihre Pflegeeltern. Als Kelsea von der Leibwache ihrer Mutter zurück in ihr Königreich Tearling gebracht wird, erfährt sie, dass vieles nicht so ist, wie sie erwartet hat. Das fängt schon damit an, dass ihre Mutter offenbar ganz anders war, als sie sich das immer erträumt hatte und keiner ihr so wirklich etwas über sie erzählen will. Im Laufe der Geschichte erfährt Kelsea immer mehr, wodurch sich das Bild, das sie von ihrer Mutter bisher hatte, immer mehr wandelt. Auf ihrem Weg zum Schloss geraten Kelsea und ihre Beschützer immer wieder in gefährliche Situationen, denn die Königin von Mortmesme möchte um jeden Preis verhindern, dass Kelsea den Thron besteigen kann. Dabei stellt sich ihr immer wieder die Frage, wem sie überhaupt vertrauen kann und was hinter den Geheimnissen um ihre Mutter und sie selbst steckt...
Kelsea ist eine sympathische Protagonistin, die stark und selbstbewusst ihren vorherbestimmten Weg beschreitet. Wieviel Stärke tatsächlich in ihr steckt, bemerkt sie selbst erst im Laufe ihres gefährlichen Weges und damit überrascht sie nicht nur sich selbst immer wieder.
Erika Johansen hat einen wunderschönen, detaillierten Schreibstil, der es dem Leser leicht macht, in die Welt von Tearling und Mortmesme abzutauchen. Es fällt unglaublich schwer, das Buch aus der Hand zu legen und man fiebert mit Kelsea und ihren Begleitern Seite um Seite mit. Die Autorin hat ein Händchen dafür, interessante Charaktere zu erschaffen, bei denen auch nie wirklich klar ist, welche Ziele sie eigentlich erreichen möchten. Überraschende Wendungen sind hier natürlich vorprogrammiert.
Der Spannungsbogen ist kontinuierlich hoch, was bei einem Buch von über 500 Seiten schon eine Kunst ist. Langeweile ist zumindest bei mir nie aufgekommen.
Fazit:
Erika Johansen konnte mich mit "Die Königin der Schatten" absolut begeistern. Der Weltentwurf, die großartig ausgearbeiteten Charaktere, ein kontinuierlich hoher Spannungsbogen, überraschende Wendungen und der wunderschöne, detaillierte Schreibstil der Autorin machen die Geschichte zu einem meiner absoluten Lesehighlights. Ich kann es kaum erwarten, die Fortsetzung "Die Königin der Schatten - Verflucht" (ET: Mai 2016) zu verschlingen.

Rezension: Jeannie Waudby - Verity heißt Wahrheit

Verity heißt Wahrheit - Jeannie Waudby, Eva Riekert

Aufgrund des Klappentextes bin ich unheimlich neugierig auf dieses Buch geworden und da ich dystopische Geschichten sehr liebe, habe ich mich sehr darauf gefreut.
"Verity heißt Wahrheit" ist das Debüt der Autorin Jeannie Waudby und dieses ist ihr sehr gut gelungen. Es gibt kleine Schwachstellen, die jedoch im Großen und Ganzen nicht weiter stören. Jeannie Waudby hat einen Schreibstil, der sich leicht lesen lässt, oftmals allerdings ein wenig abgehackt wirkt, da die Autorin kurze Sätze bevorzugt.
Protagonistin und Ich-Erzählerin K hat es bisher nicht leicht in ihrem Leben gehabt. Ihre Eltern sind beide schon früh gestorben und sie wuchs bei ihrer Großmutter auf. Im Lauf der Geschichte erfährt der Leser, ebenso wie K selbst, so einige Geheimnisse, die für K ein vollkommen neues Bild auf ihr Leben werfen und auf die Meinung, die sie bisher über die Brotherhoods hatte. Die Entwicklung, die K als Spionin im "feindlichen Lager" durchmacht, hat mir wirklich gut gefallen. Glaubt sie anfangs noch alles, was ihr über die Brotherhood gesagt wird, so fängt sie später endlich an, sich ihre Meinung selbst zu bilden. Wirkt sie anfangs noch eingeschüchtert und naiv, so entwickelt sie sich zu einer starken und mutigen Persönlichkeit.
Jeannie Waudby hat hier einige interessante Charaktere erschaffen, über die ich stellenweise gerne etwas mehr erfahren hätte. Die meisten von ihnen wirken recht undurchsichtig und überraschen oft mit Wesenszügen, die man so nicht unbedingt erwartet hätte.
Ich hätte mir gewünscht, noch ein wenig mehr darüber zu erfahren, warum es diese erbitterte Feindschaft zwischen Brotherhoods und Residents gibt bzw. wie es überhaupt dazu gekommen ist.
Die Geschichte hält einige überraschende Wendungen bereit und der Spannungsbogen ist gerade zum Ende hin relativ hoch, so dass man wirklich mit K mitfiebern kann.
Fazit:
Jeannie Waudby hat mich mit ihrem Debütroman "Verity heißt Wahrheit" wirklich gut unterhalten können. Die Entwicklung der Protagonisten hat mir gut gefallen, auch wenn ich mir mehr Informationen über die interessanten Nebencharaktere und die Gründe für die radikale Spaltung zwischen Residents und Brotherhoods gewünscht hätte. Ein kontinuierlich ansteigender Spannungsbogen und überraschende Wendungen können über kleine Schwachstellen jedoch hinwegtrösten.

Helen Fielding - Bridget Jones 3: Verrückt nach ihm

Bridget Jones - Verrückt nach ihm - Helen Fielding

Nachdem ich schon vor Jahren die ersten beiden Bridget Jones-Bücher "Schokolade zum Frühstück" und "Am Rande des Wahnsinns" begeistert verschlungen habe und auch von den Filmen sehr begeistert war, musste natürlich auch der neueste Roman über die sympathische und chaotische Bridget gelesen werden. Für mich war es, als würde ich eine alte Freundin wieder treffen.
Bridget ist inzwischen Anfang 50 und hat zwei Kinder, die sie allein erziehen muss. Sie kämpft immer noch mit ihren Gewichtsproblemen, ebenso wie mit der Männerwelt.
Helen Fielding hat mir einen kleinen Schock beschert, der Bridget gleich in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt. Diesen möchte ich allerdings nicht schildern, da das eindeutig ein zu großer Spoiler wäre.
Bridget ist immer noch eine Figur, mit der sich wohl so ziemlich jede Frau irgendwie identifizieren kann - egal in welchem Alter. Trotz ihrer chaotischen Art, der Sehnsucht nach der Liebe (und dem Sex) und ihrem ständigen Kampf gegen die Kilos merkt man doch, dass sie ihr Leben die meiste Zeit ganz gut im Griff hat. Sie kümmert sich liebevoll um ihre Kinder, obwohl es ihr nicht immer leicht fällt, eine gute Mutter zu sein. Allen Widrigkeiten zum Trotz ist sie eine starke Frau, die versucht, das Beste aus ihrer Situation zu machen.
Durch die Erzählung der Geschichte in Tagebuchform kann man sich noch viel besser in Bridgets Gefühlswelt hineinversetzen und es gibt immer wieder Momente, in denen man sie am liebsten einfach in den Arm nehmen und trösten möchte. Doch genau wie es diese Momente gibt, gibt es auch wieder viel zu lachen und mehr als einmal habe ich das während des Lesens lauthals getan (irritierte Blicke der anwesenden Personen inklusive).
So ziemlich alle wichtigen Charaktere aus den vorangegangenen Büchern tauchen im Laufe der Geschichte wieder auf, was mir wirklich gut gefallen hat. Auch diese Nebenfiguren haben stellenweise überraschen können (und auch sie waren stellenweise kaum weniger chaotisch, als Bridget selbst).
Helen Fielding schreibt mit unheimlich viel Witz, Gefühl und auch Sarkasmus und die Geschichte liest sich (genau wie die ersten beiden Bücher) unheimlich schnell weg.
Ich persönlich würde mich sehr über eine Verfilmung dieses dritten Bandes freuen.
Fazit:
"Bridget Jones - Verrückt nach ihm" kommt gewohnt witzig, skurril und chaotisch daher. Trotzdem kommen die Gefühle nicht zu kurz und man lacht, weint, leidet und freut sich mit Bridget mit, wenn sie wieder einmal (oder immer noch) gegen zuviele Pfunde kämpft und sich auf der Suche nach der Liebe immer wieder in die peinlichsten Situationen bringt.

Rezension: Victoria Aveyard - Die rote Königin

Die Farben des Blutes, Band 1: Die rote Königin - Victoria Aveyard, Birgit Schmitz

Victoria Aveyard hat mich mit "Die rote Königin" absolut gefesselt. Die Geschichte spielt in einer dystopischen Zukunft, in der die Menschen entweder rotes oder silbernes Blut haben und dementsprechend aufgeteilt sind in die Elite, die zusammen mit ihrem silbernen Blut auch noch außergewöhnliche Kräfte besitzen und deren Sklaven, die alle niederen Aufgaben für die Silbernen erledigen und sogar für sie in den Krieg ziehen müssen. Mare und ihr bester Freund stehen kurz vor ihrer Einberufung und so sucht sie verzweifelt nach einem Weg aus dieser Situation. Dabei schlittert sie in eine Welt, die sie sich so niemals hätte vorstellen können und entdeckt Geheimnisse, die sie in große Gefahr bringen.
Ich-Erzählerin Mare ist eine Protagonistin, wie ich sie gerne mag. Sie ist kein verschüchtertes Lämmchen, dass sich sofort in den nächstbesten männlichen Protagonisten verliebt, sondern sie kämpft für sich, ihre Familie und ihre Freunde. Sie ist sicher nicht perfekt, sie ist das schwarze Schaf in ihrer Familie, zweifelt oft an sich selbst und hat immer wieder mit ihrer Gefühlswelt zu kämpfen. Trotzdem ist sie von Anfang an sympathisch und als Leser fiebert man von Seite zu Seite mit ihr mit, wenn sie die Welt der Silbernen entdeckt und mitten hineingerät in Intrigen und Geheimniskrämerei. Auch die anderen Protagonisten sind toll ausgearbeitet und überraschen immer wieder mit Aktionen, die man ihnen so nicht zugetraut hätte.
Die Autorin hat großes Talent dafür, ihre Welt zu beschreiben. Immer hat man ein detailliertes Bild vor dem inneren Auge, was es leicht macht, richtig in das Buch abzutauchen. Ich persönlich würde mir eine Verfilmung sehr wünschen, denn der Roman ist dafür einfach perfekt, wie ich finde. Das Buch liest sich flüssig weg und der Spannungsbogen ist kontinuierlich recht hoch, was auch an den überraschenden Wendungen liegt, so dass man das Buch gar nicht mehr weglegen mag.
Das Ende ist relativ offen und macht definitiv neugierig auf mehr. Leider konnte ich bisher kein Erscheinungsdatum für Teil 2 entdecken, aber ich hoffe, es dauert nicht mehr allzu lange.
Fazit:
Mit "Die rote Königin" hat Victoria Aveyard mich absolut überzeugen können. Fesselnd, spannend und überraschend, mit interessanten und undurchschaubaren Protagonisten und einem tollen Weltentwurf - bitte noch viel mehr davon. Absolute Leseempfehlung!

Rezension: Stephen King - Mr. Mercedes

Mr. Mercedes - Stephen King

"Mr. Mercedes" ist wieder eines dieser King-Bücher, die man auch lange nach dem Lesen einfach nicht vergessen kann (wobei mir das mit den Büchern vom King irgendwie immer so geht). Dieses Buch ist ein spannender und gut durchdachter Krimi, der mich von den ersten Seiten an direkt in seinen Bann gezogen hat. Stephen King lässt den Leser in die Psyche eines geisteskranken Mörders schauen und immer wieder kann man nur den Kopf schütteln, wegen der Gedankengänge und Vorstellungen dieses Mannes. Schon sehr früh weiß man, wer der Täter ist, was jedoch keinesfalls die Spannung nimmt, ganz im Gegenteil. So hat man die Möglichkeit, immer wieder zu sehen, wie die beiden sich - mal mehr, mal weniger zufällig - über den Weg laufen. Spannend zu lesen war auch, wie Ermittler Hodges immer näher an den Mörder herankommt - und umgedreht.
Mit dem pensionierten Detective Hodges, der mit seinem Ausstieg aus dem Berufsleben eher weniger klar kommt, hat Stephen King wieder einen Protagonisten geschaffen, der gegen seine eigenen Dämonen zu kämpfen hat und doch unheimlich sympathisch ist, mit dem man von Seite zu Seite mehr mitfiebert und der trotz seiner Schrullen einfach liebenswert ist. Genauso erging es mir mit seinen Mitstreitern, die mich sehr beeindruckt haben, auch wenn sie selbst vielleicht nicht als "normal" angesehen werden und so einiges an Ballast mit sich herumschleppen.
Auch wenn es sich hierbei nicht um einen der Horrorschocker von Stephen King handelt, so spart der Autor doch nicht an Schockmomenten, die den Leser atemlos zurücklassen. Wie gewohnt fesselt King mit seinem flüssigen und detaillierten Schreibstil und das Buch aus der Hand zu legen, ist so gut wie unmöglich. Neben der großartigen Darstellung seiner Figuren fällt immer wieder auf, dass der Autor seine eigenen Werke (beispielsweise "Es", "Joyland" usw.) gekonnt in die Story einfließen lässt, was mir hier besonders gut gefallen hat.
Im September erscheint mit "Finderlohn" der nächste Roman mit dem sympathischen Hodges und schon der Klappentext macht neugierig. Ich jedenfalls freue mich sehr darauf.
Fazit:
"Mr. Mercedes" ist ein gut durchdachter Krimi, der ganz ohne Horror auskommt. Mit seinen liebevoll ausgearbeiteten Figuren, der gut durchdachten und fesselnden Story und seinem gewohnt großartigen Schreibstil hat mich der King wieder komplett überzeugen können und ich kann es kaum erwarten, mehr über den pensionierten Detective Hodges zu lesen.

Rezension: Bethany Griffin - Das Lied des roten Todes

Das Lied des roten Todes (Das Mädchen mit der Maske, #2) - Bethany Griffin

Mit "Das Lied des roten Todes" setzt Bethany Griffin konsequent ihre Geschichte um Araby, Will, Elliot und deren Kampf um das Überleben und die Zukunft ihrer Stadt fort. Dabei schafft die Autorin es immer wieder, mit neuen Wendungen zu überraschen, die man so einfach nicht erwartet hätte. Sie macht es ihren Protagonisten nicht gerade leicht, denn die Gefühle so ziemlich aller fahren hier ordentlich Achterbahn. Leider werden so manche Szenen, die wirklich Spannung aufbauen, viel zu schnell aufgelöst. Man hat das Gefühl, die Autorin hat den Gedanken nie ganz beendet, sondern möchte schnellstmöglich zum nächsten Ereignis kommen. Dadurch wirken ihre Ideen unausgegoren und nehmen die Spannung ganz schnell wieder weg, obwohl doch soviel Potenzial dahinter steckt und durchaus noch mehr aus der Geschichte herauszuholen wäre. Gerade wenn man bedenkt, wie grausam Prinz Prospero ist oder auch Malcontent. Da gab es Situationen, aus denen man eigentlich sicher nicht so leicht hätte entkommen können und das fand ich schon ein wenig schade. Damit will ich nicht sagen, dass es den Protagonisten zu leicht gemacht wurde, denn Schicksalsschläge haben sie trotzdem zu verkraften, wie auch schon im ersten Band. Leider konnte man dabei gar nicht so wirklich mitfühlen, da die Autorin -in Form von Ich-Erzählerin Araby- stellenweise recht gefühllos erzählt. Oftmals hatte ich das Gefühl, dass es sich um bloße Aufzählungen handelt und das hat mich dieses Mal oft gestört. Trotzdem gelingt es ihr auch hier wieder, die düstere Atmosphäre zu transportieren, ebenso wie die Hoffnungslosigkeit auf Seiten der restlichen Bevölkerung. Das Finale der Dilogie endet rund, alle Handlungsstränge werden abgeschlossen und es bleiben keine Fragen mehr offen, so dass man als Leser zumindest dahingehend nicht unbefriedigt entlassen wird.
Fazit:
Leider konnte mich "Das Lied des roten Todes" nicht so sehr begeistern, wie der 1. Band. Bethany Griffin hat durchaus tolle Ideen, die jedoch viel zu schnell abgehandelt werden und so die Spannung, die gerade aufgebaut wurde, zerstören. Die düstere Atmosphäre, einige interessante Charaktere und das runde Ende können immerhin teilweise darüber hinwegtrösten.

Rezension: Jennifer L. Armentrout - Opal: Schattenglanz

Obsidian, Band 3: Opal. Schattenglanz - Anja Malich, Jennifer L. Armentrout

"Opal - Schattenglanz", der dritte Band der Reihe um Katy und Damon, konnte mich wieder absolut fesseln und begeistern. Nachdem schon Band 2 "Onyx - Schattenschimmer" wirklich spannend und überraschend war, geht es hier genauso weiter.
Die Beziehung zwischen Katy und Damon entwickelt sich weiter, genau wie beide Protagonisten. Damon ist unerwartet liebevoll und romantisch, hat - wie auch schon in den ersten beiden Teilen - einen ausgeprägten Beschützerinstinkt und bleibt seinem Charakter trotzdem treu, denn seine Sprüche bleiben unverändert arrogant und witzig. Katy ist ein Kämpferherz. Zwar hat sie durchaus Angst vor gewissen Dingen, doch trotzdem tut sie alles für ihre Freunde, denn insgeheim gibt sie selbst sich die Schuld an allem Schlimmen, was passiert ist. Mit Dawson ist ein interessanter neuer Protagonist aufgetaucht, den man schwer einschätzen kann. Leider bleibt er ein wenig blass und hätte meiner Meinung nach gerne noch ein bisschen mehr Platz in der Geschichte finden dürfen. Dass auch Katys und Damons andere Freunde eine größere Rolle spielen durften, als noch in den Vorgängern, hat mir gut gefallen. Andere Protagonisten, mit denen man nach dem Ende des 2. Bandes eher weniger gerechnet hätte, tauchen wieder auf und die Autorin versteht es immer wieder, mit überraschenden Wendungen, die Geschichte auf einem hohen Spannungslevel zu halten. Auch ihr Schreibstil ist gewohnt flüssig und gefühlvoll, so dass man sich wieder sehr gut in Katy hineinversetzen kann.
Das Ende dieses 3. Bandes ist ein ziemlich gemeiner Cliffhanger, der die Wartezeit auf den 4. Band "Origin - Schattenfunke", welcher im Dezember diesen Jahres erscheinen soll, nicht gerade erleichtert. Eigentlich kann man gar nicht anders, als weiterzulesen, denn nicht nur die Charaktere wachsen dem Leser immer mehr ans Herz, auch die Spannung steigt und weitere Geheimnisse scheinen kurz vor der Entdeckung zu stehen.
Fazit:
Mit "Opal - Schattenglanz" schafft Jennifer L. Armentrout es wieder, noch eine Schippe drauf zu legen. Spannung; tolle Charaktere, die sich kontinuierlich weiterentwickeln; ein wunderschöner Schreibstil und unerwartete Wendungen machen dieses Buch zu einem Pagetuner. Aber Vorsicht: Band 3 endet mit einem bösen Cliffhanger, der die Wartezeit auf Band 4 schier unerträglich macht.

Rezension: Deborah Harkness - Wo die Nacht beginnt

Wo die Nacht beginnt - Deborah Harkness

"Wo die Nacht beginnt" ist der 2. Band der All Souls-Trilogie und schließt nahtlos an "Die Seelen der Nacht" an. Matthew und Diana reisen in der Zeit zurück bis ins elisabethanische London, wo sie hoffen, mehr über das Ashmole 782-Manuskript zu erfahren und für Diana jemanden zu finden, der ihr hilft, ihre Kräfte zu verstehen und anwenden zu lernen. Während ihrer Abenteuer in dieser historischen Zeit lernt Diana, dass Matthew wahnsinnig viele Geheimnisse mit sich herumschleppt und sie noch längst nicht alles über ihn weiß. Die Autorin versteht es, ihren Figuren Tiefe zu verleihen, sie immer wieder innere Kämpfe mit sich selbst ausführen zu lassen und immer wieder neue Facetten an ihnen herauszuarbeiten. Das hat mir unheimlich gut gefallen. Matthew ist ein recht schwieriger und launischer Charakter, den man nur schwer einschätzen kann. Diana ist fast ebenso launisch, weswegen die beiden nicht immer gut miteinander auskommen. Zwar merkt man, dass die beiden sich lieben, doch oftmals tun sich beide schwer damit, das dem anderen auch zu zeigen, was oft auch daran liegt, dass nicht miteinander gesprochen wird, sondern erst etwas passieren muss, damit der jeweils andere sich öffnet.
Dass die Autorin Professorin für europäische Geschichte ist, merkt man hier sehr deutlich. Nicht nur die Bräuche, die Umgebung und beispielsweise Kleidung sind detailliert beschrieben, auch historische Gegebenheiten und wichtige Personen werden mit in die Geschichte integriert. So lernt Diana beispielsweise William Shakespeare kennen, ebenso wie Elisabeth I. höchstpersönlich. Diese historischen Persönlichkeiten in die Geschichte einzubringen, ist eine tolle Idee und macht das ganze noch interessanter.
Ab und an hat sich Deborah Harkness mit ihrer Liebe zum Detail allerdings ein wenig verzettelt. Grundsätzlich mag ich es sehr gern, wenn Autoren ihre Geschichten detailliert schreiben, doch hier war es mir oftmals einfach zu viel des Guten. Die Geschichte brauchte lange, um an Fahrt aufzunehmen, einfach weil ganz genau beschrieben wurde, wie der Tagesablauf einer Frau in dieser Zeit beispielsweise ist, was sicher ganz interessant sein mag, doch für den Fortlauf der Geschichte nicht unbedingt sehr wichtig erscheint. Der Spannungsbogen hatte somit kaum eine Chance, überhaupt zu entstehen und flachte immer wieder ab, wenn dann doch endlich etwas spannendes passierte. Darüber konnte mich der Einfallsreichtum der Autorin und ihr schöner Schreibstil hinwegtrösten und natürlich muss ich nun wissen, wie es mit den beiden weiter geht. Ich hoffe, die Autorin legt im Finale nochmal ordentlich nach und kann mich wieder so fesseln und begeistern, wie mit "Die Seelen der Nacht".
Fazit:
Nicht ganz so gut, wie Teil 1 der All Souls-Trilogie, aber trotzdem sehr lesenswert. Deborah Harkness verliert sich leider oft in zu vielen Details, was oftmals dazu führte, dass sich Passagen ziemlich lang hinzogen und die Spannung komplett verloren ging, die in einigen Szenen aufgebaut wurde. Ihr Ideenreichtum, die gekonnte Ausarbeitung ihrer Charaktere und die Einstreuung wichtiger historischer Persönlichkeiten lässt den Leser jedoch darüber hinwegsehen und hoffen, dass der Finale Band "Das Buch der Nacht" wieder mehr fesseln kann.

Rezension: Stephen King - Revival

Revival - Stephen King, Bernhard Kleinschmidt

Stephen King ist nicht nur ein Meister des Horrors, sondern auch ein großartiger Geschichtenerzähler. Mit "Revival" fesselt King den Leser in gewohnter Manier und auch nach dem Beenden des Buches lässt einen die Geschichte nicht los. Dabei ist das Buch eher ein ruhigeres, wenn man seine älteren Werke kennt (wie beispielsweise "ES" oder auch "Desperation") und doch schafft der Autor es, das Leben von Ich-Erzähler Jamie, der als kleiner Junge das erste Mal auf den Prediger Charles Jacobs trifft und ihm im Laufe seines Lebens immer wieder begegnet, so zu erzählen, dass absolut keine Langeweile aufkommt. Auch wenn gar nicht viel passiert, kann man sich fallen lassen in die Geschichte und was mir bei so ziemlich jedem King-Buch auffällt, ist dass man sich mit den Figuren identifizieren kann, denn es sind eben keine stereotypen Helden, sondern Menschen, die einem jeden Tag auf der Straße begegnen könnten, die Fehler machen und absolut nicht perfekt sind. So ist es auch mit Jamie, dessen Leben Stephen King von dem Moment an beschreibt, in dem er auf Jacobs trifft, bis zu dem Zeitpunkt, in dem er ihm zum letzten Mal als erwachsener Mann begegnen wird. Er beschreibt Jamies Leben von den 60er Jahren bis zur heutigen Zeit und das tut er so gut, dass man ihn in sein Herz schließt, auch wenn man mit seinen Entscheidungen sicher nicht immer einverstanden ist. Die Charaktere haben die nötige Tiefe und selbst Nebenprotagonisten sind interessant und gut ausgearbeitet.
Als Leser hat man keine Ahnung, was da auf einen zukommen wird und genau das liebe ich so an den Büchern vom King. Das Finale ist unheimlich, ziemlich düster und beängstigend und passt einfach perfekt zum Rest der Geschichte.
Der Autor schreibt - wie immer - flüssig, fesselnd und detailliert und lässt Bilder im Kopf entstehen, die man vermutlich nicht mehr vergessen kann - so zumindest geht es mir bei jedem King-Roman.
Fazit:
Düster, unheimlich, beängstigend und großartig erzählt - ein echter King eben. "Revival" ist zwar ein vergleichsweise eher ruhigerer Roman des Autors, doch trotzdem fesselt Stephen King mit seinen Ideen unddas Buch bleibt auch noch lange Zeit nach dem Lesen im Kopf.

Rezension: Bethany Griffin - Die Stadt des roten Todes

Die Stadt des roten Todes (Das Mädchen mit der Maske, #1) - Bethany Griffin

Bethany Griffin entführt den Leser in eine beinahe vollkommen zerstörte Welt, in der eine Krankheit den Großteil der Menschheit dahingerafft hat. Nur wenige haben überlebt und die Seuche tobt sich immer noch unter diesen wenigen Menschen aus. Nur durch extra angefertigte Masken kann man sich schützen, doch diese Masken können sich nur die reichen Menschen leisten und somit sterben Tag für Tag weitere Leute.
Die Autorin hat eine wahnsinnig bedrückende Atmosphäre geschaffen und beschreibt die Stadt so, dass man sich direkt hineinversetzt fühlt. Gemeinsam mit Araby, der Ich-Erzählerin der Geschichte, streift man durch die Stadt, sieht das ganze Elend und auch das genaue Gegenteil davon, nämlich Reichtum im Überfluss, auch wenn es bestimmte Dinge gar nicht mehr gibt. Araby lebt mit schlimmen Schuldgefühlen und verwehrt sich selbst jedes noch so kleine Glücksgefühl. Mit Drogen und Feiern versucht sie, den Schmerz zu betäuben und möglichst zu vergessen, in was für einer Welt sie leben muss. Als sie Elliot kennenlernt, beginnt sich ihr Leben zu ändern, denn Elliot hat Pläne, die die Stadt vor der Krankheit und der Herrschaft von Prinz Prospero schützen soll. Auch Will, der in ihrem Stammclub arbeitet, beginnt eine Rolle in ihrem Leben zu spielen...
Araby ist eine ziemlich selbstzerstörerisch angelegte Protagonistin. Im Laufe des Buches erfährt der Leser, wie es überhaupt dazu kommen konnte und gegen welche inneren Dämonen Araby zu kämpfen hat. Bethany Griffin schafft es wunderbar, neugierig auf diesen Teil der Geschichte zu machen, indem sie immer wieder kleine Brocken dazu einstreut, jedoch nie alles gleichzeitig preisgibt. So nach und nach offenbart sich die ganze Tragweite ihrer Qual und man kann stellenweise verstehen, warum Araby so handelt, wie sie das eben tut.
Elliot und Will sind beides sehr interessante und recht undurchsichtige Charaktere. Beide haben Seiten an sich, mit denen man im ersten Moment nicht gerechnet hätte und überraschen immer wieder aufs Neue.
Auch die Nebencharaktere spielen in dieser Geschichte eine wichtige Rolle und jeder hat Geheimnisse, so dass es kaum einen gibt, der einfach nur da ist - jeder überrascht auf seine Weise und so ist der Spannungsbogen durchweg hoch.
Der Schreibstil der Autorin lässt sich angenehm lesen, auch wenn er nicht unbedingt etwas besonderes ist. Trotzdem schafft sie es, Spannung zu erzeugen und Bilder vor dem Auge des Lesers entstehen zu lassen und so dafür zu sorgen, dass es schwer fällt, das Buch aus der Hand zu legen. Am besten, man hat den zweiten Band schon bereit liegen, denn "Die Stadt des roten Todes" endet relativ offen.
Fazit:
"Die Stadt des roten Todes" ist eine düstere, melancholische, bedrückende und gleichzeitig spannende Dystopie, mit interessanten und undurchsichtigen Protagonisten und überraschenden Wendungen. Ich bin sehr gespannt auf den zweiten Teil.

Rezension: Tim O´Rourke - Ich sehe was, was niemand sieht

Ich sehe was, was niemand sieht - Tim O'Rourke, Frank Böhmert

"Ich sehe was, was niemand sieht" ist ein spannender Jugendthriller, der schon von den ersten Seiten an zu fesseln weiß. Tim O´Rourke kennt sich als Polizist natürlich aus mit Ermittlungsarbeit und das merkt man hier auch. Zwar beschreibt er bestimmte Szenen nicht zu detailliert, so dass das Buch durchaus für jüngere Leser ab 14 Jahren geeignet ist, doch trotzdem kommen auch erwachsene Leser auf ihre Kosten, denn spannend ist das Buch durchgängig.
Charley ist ein ungewöhnliches Mädchen, denn seit ihrer Kindheit leidet sie unter "Blitzen", wie sie es selbst nennt. Dabei sieht sie in Blitzen, wie Menschen ums Leben kommen. Quasi deren letzte Momente, bevor sie ermordet werden. Leider kann sie dabei nie das Gesicht des Mörders sehen, denn das würde so einiges erleichtern. Als sie sich entschließt, einen Tatort aufzusuchen, lernt sie Tom, einen jungen Polizisten, kennen, der gerade in diesem Fall ermittelt...
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Ich-Perspektive von Charley und Tom erzählt, was dem Leser natürlich ein gutes Bild von allen Ereignissen vermittelt und die Spannung nochmal in die Höhe treibt, denn der Autor hat ein Händchen dafür, die Perspektive ausgerechnet in dem Moment zu wechseln, in dem es gerade besonders spannend wird. So bleibt gar nichts anderes übrig, als weiter zu lesen, denn man muss einfach unbedingt wissen, wie es bei dem jeweils anderen weiter geht. Dadurch fällt es natürlich schwer, das Buch überhaupt mal aus der Hand zu legen. Tim O`Rourke lockt den Leser ein ums andere Mal auf falsche Fährten, auch wenn man immer mal wieder ahnt, wer der Mörder ist. Trotzdem bleibt es spannend bis zum Schluß und man kann - auch durch die Erzählweise - wunderbar mit den beiden Protagonisten mitfiebern.
Charley und Tom sind beide sympathische Charaktere. Charley hatte es nie leicht in ihrem Leben, ist eine Außenseiterin und hat eigentlich keine Freunde. Trotzdem beißt sie sich durch und hofft, irgendwann beweisen zu können, dass sie nicht total verrückt ist.
Tom ist ein ehrgeiziger junger Mann, der diesen Fall unbedingt lösen will, schon um seinem Vater zu zeigen, dass er zum Polizisten taugt. Kann er Charley wirklich glauben, was sie zu sehen glaubt?
Fazit:
Ein spannender Jugendthriller, den der Autor gekonnt aus zwei Perspektiven erzählt, welche immer im - für den Leser - unpassendsten Moment wechseln. Dadurch entwickelt sich das Buch zu einem echten Pageturner, den man nur schwer weglegen kann.

Rezension: Susanne Gerdom - Queen of Clouds: Die Wolkentürme

Queen of Clouds: Die Wolkentürme - Susanne Gerdom

Susanne Gerdoms Bücher zeichnen sich - meiner Meinung nach - immer ganz besonders dadurch aus, dass sie Protagonisten erschafft, die nicht die typischen Helden sind, sondern Ecken und Kanten und oftmals recht ungewöhnliche Charakterzüge haben. Das ist - neben vielen anderen - nur einer der Gründe, warum ich ihre Bücher einfach liebe. Erfrischend ist das, denn oftmals treffen Leser in Büchern natürlich Stereotypen, die irgendwann einfach nur noch langweilen. Das kann mit einem Buch dieser Autorin wirklich nicht passieren. Selbst der "Böse" kann hier noch sympathisch wirken, was ja wirklich sehr selten der Fall ist. Überhaupt sind die Charaktere wieder wunderbar ausgearbeitet und überzeugen mit der nötigen Tiefe. Neben den beiden Hauptprotagonisten, die so gar nichts gemeinsam haben und beide Vorurteile gegenüber dem jeweils anderen haben, sind auch die Begleiter der beiden allesamt interessante Charaktere, allen voran Zach, der hier tatsächlich mein Liebling geworden ist und der so einige Überraschungen bereit hält.
Überhaupt ist dieses Buch eine Überraschung an sich. Dass es gut sein muss, war mir von anfang an klar, denn schließlich hat es eine meiner absoluten Lieblingsautorinnen geschrieben. Susanne Gerdom hat aus dieser Geschichte etwas ganz anderes gemacht, als man anfangs vielleicht erwarten mag. Gut gefallen hat mir die Welt, die hier erschaffen wurde, denn auch sie birgt Überraschungen, die noch nicht vollständig offenbart wurden. Nicht nur deswegen hoffe ich sehr, dass es mindestens eine Fortsetzung geben wird, denn ich möchte unbedingt erfahren, was genau es damit auf sich hat (ich möchte auf keinen Fall spoilern, weswegen ich darauf gar nicht weiter eingehen werde).
Die Spannungskurve ist durchgehend hoch, denn die Protagonisten schlittern von einer überraschenden Wendung in die nächste und kommen eigentlich gar nicht wirklich zum Durchatmen.
Wie immer ist Susanne Gerdoms Schreibstil detailliert und zaubert das perfekte Kopfkino. Die Autorin legt viel Wert darauf, die doch recht zahlreichen Charaktere und die komplexe Welt in der sie leben, vorzustellen. Ich persönlich mag es immer gerne, wenn Autoren dem Leser so Zugang zu ihrer Fantasiewelt gewähren und diese Welt ist absolut faszinierend und birgt vermutlich noch viel mehr, als bisher ans Licht gekommen ist.
Grundsätzlich könnte man die Geschichte als in sich abgeschlossen sehen, doch wer möchte das schon? Ich jedenfalls möchte mehr aus dieser faszinierenden Welt mit ihren so unterschiedlichen Charakteren und den vielen ungelösten Geheimnissen erfahren. Also, liebe Susanne, ich hoffe sehr, dass du schon an der Fortsetzung schreibst ;)
Fazit:
Auch mit "Queen of Clouds - Die Wolkentürme" ist es Susanne Gerdom wieder einmal gelungen, mich zu fesseln und zu begeistern. Ihr wunderschöner und bildhafter Schreibstil, die großartige Ausarbeitung wirklich interessanter und ungewöhnlicher Charaktere, eine absolut faszinierende und komplexe Welt und viele unerwartete Wendungen und Geheimnisse sorgen für ein Lesevergnügen allererster Klasse! Absolute Empfehlung von mir!

Rezension: Petra Schier - Der Hexenschöffe

Der Hexenschöffe - Petra Schier


Petra Schier überzeugt mich mit ihren historischen Romanen immer wieder ganz besonders durch ihre gute Recherche. Man fühlt sich, als wäre man mittendrin in der jeweiligen Zeit, denn die Autorin hat ein unheimlich gutes Talent, diese zu beschreiben. So erging es mir auch mit "Der Hexenschöffe", der mich wirklich fesseln konnte, was sicher auch daran lag, dass diese Geschehnisse so oder ähnlich tatsächlich passiert sind. Die Geschichte wird begleitet von Ausschnitten aus Hermann Löhers Aufzeichnungen zur Zeit der Hexenverbrennungen. Es ist wirklich erschreckend, wie grausam die vermeintlichen Hexen und deren Verbündete gefoltert wurden, bis ihnen gar nichts anderes mehr übrig blieb, als Taten zu gestehen, die sie nicht begangen hatten. Die Autorin scheut nicht davor zurück, auch solche Stellen zu beschreiben, so dass ich teilweise wirklich schockiert war und eine kleine Pause brauchte, um mich erstmal wieder zu sammeln.
Interessant war es nicht nur, über die Hexenprozesse zu lesen, sondern auch darüber, wie die Menschen in der Zeit um 1600 herum gelebt haben. Die Bräuche und Sitten werden so in die Geschichte eingeflochten, dass man lernt, ohne sich zu langweilen. Das ist es, was ich an Petra Schiers Büchern so gerne mag. Ihr schöner bildhafter und detailreicher Schreibstil tut sein übriges dazu, dass ich immer wieder gerne zu ihren Büchern greife.
Hermann Löher ist jetzt nicht unbedingt ein Protagonist, den ich sehr sympathisch finde, denn er fährt ziemlich schnell aus der Haut, ehe er nachdenkt, doch trotzdem hat die Autorin es geschafft, mich zu packen und gespannt verfolgen zu lassen, wie es ihm und seiner Familie in dieser schweren Zeit erging. Doch nicht nur über Hermann Löher selbst erfahren wir vieles, auch wie seine Kinder und seine Frau ebenso wie einige Bewohner Rheinbachs die Ereignisse erlebt haben, erfahren wir hier. Die Beschreibungen von Hermann Löhers Gefühlswelt sind Petra Schier ebenfalls gut gelungen. Löher war überzeugt davon, dass keiner der Angeklagten wirklich eine Hexe war, doch aus Angst vor einer Anklage gegen ihn und seine Familie schweigt er lange Zeit. Natürlich plagt ihn deswegen das schlechte Gewissen und doch ist die Angst sein ständiger Begleiter, auch wenn es ihm noch so sehr gegen den Strich geht, was da an Ungerechtigkeiten passiert. Diesen Gewissenskonflikt kann man gut nachvollziehen, auch wenn man immer wieder hofft, dass doch endlich etwas passieren mag, um dem ganzen ein Ende zu setzen.
Fazit:
Noch nie hat ein historischer Roman mich so sehr mitgenommen, gefesselt und fasziniert, wie "Der Hexenschöffe". Die Mischung aus Fiktion und tatsächlich stattgefundenen Ereignissen, der bildhafte und detailreiche Schreibstil der Autorin und das faszinierende und erschreckende Thema der Hexenverbrennungen haben es mir schwer gemacht, das Buch aus der Hand zu legen. Ein Buch, das man so schnell nicht aus seinem Kopf bekommt.

Rezension: Holly Black & Cassandra Clare - Magisterium: Der Weg ins Labyrinth

Magisterium: Der Weg ins Labyrinth - Anne Brauner, Cassandra Clare, Holly Black

Ich finde es immer sehr spannend, wenn mehrere Autoren an einem Buch zusammenarbeiten. Wenn es dann auch noch so hochkarätige, wie Holly Black und Cassandra Clare sind, dann ist das ganze natürlich umso aufregender. Ich muss sagen, dass ich absolut nicht enttäuscht wurde und finde, dass die beiden sehr gut miteinander harmonieren.
Wer beim Lesen des Klappentextes erstmal an Harry Potter denken muss - so zumindest erging es mir - liegt damit nicht ganz falsch. Die Grundidee mag erstmal ähnlich sein, doch die beiden Autorinnen haben ihre ganz eigenen fantastischen Ideen und schon die Grundatmosphäre ist eine ganz andere.
Das Setting des Magisteriums hat mir unheimlich gut gefallen. Diese Schule besteht aus einem riesigen Höhlenlabyrinth, in dem man sich nur allzu schnell für immer verlaufen kann. Unheimliche Wesen und Pflanzen bevölkern diese Höhlen und bringen unsere Protagonisten ein ums andere Mal in große Gefahr.
Callum, der anfangs eher unfreiwillig ins Magisterium einzieht, weil sein Vater ihn immer vor der Magie gewarnt hat, ist ein Junge mit vielen Facetten. So wirklich einschätzen kann man ihn nicht und ihn umgeben einige spannende Geheimnisse. Seine Freunde Aaron und Tamara stehen ihm immer zur Seite und helfen ihm, wo sie nur können. Das fand ich wirklich beeindruckend und das machte dieses Trio sehr sympathisch. Alle drei haben mit ihren Problemen zu kämpfen und handeln immer wieder ganz anders, als man es anfangs noch von ihnen erwartet hätte.
Überhaupt gibt es unheimlich viele Geheimnisse, die hier aufgedeckt werden. Viele davon hätte man so nicht erwartet, aber gerade das macht dieses Buch so spannend.
Der Schreibstil der beiden Autorinnen liest sich wunderbar flüssig und die beiden lassen vor dem inneren Auge des Lesers die Geschichte und die Umgebung in der sie spielt, lebendig werden. Hier könnte ich mir eine Verfilmung unheimlich gut vorstellen.
Der Spannungsbogen baut sich im Laufe der Geschichte immer mehr auf und ich fand das Buch an keiner Stelle langweilig, auch wenn es sich eher um einen Roman für Kinder ab 10 Jahren handelt. Ich bin sehr gespannt, wie die Geschichte sich in den nächsten Bänden weiterentwickelt und freue mich schon sehr auf die Fortsetzung.
Fazit:
Ein wahrlich magischer Auftakt, der mit seinen sympathischen Figuren, seinem fantastischen Setting, kontinuierlich ansteigender Spannungskurve und vielen unerwarteten Wendungen sicher nicht nur junge Leser begeistert.